Immobilienpreise auf den Kanaren steigen um 11%, 45 Quartale in Folge
Ein Haus auf den Kanaren zu kaufen kostet wieder mehr als vor einem Jahr. Nach dem Immobilienpreisindex des spanischen Statistikamts INE sind die Wohnungspreise auf dem Archipel im zweiten Quartal 2026 um 11% gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 gestiegen. Das sind 45 Quartale mit Anstieg in Folge: Seit 2015 ist die Reihe nicht mehr gefallen.
Was die Zahl misst
Der Immobilienpreisindex (IPV) des INE ist die amtliche Statistik, die die Kaufpreise frei gehandelter Wohnungen, neu und gebraucht, anhand der beim Notar unterzeichneten Kaufverträge verfolgt. Er ist keine Schätzung von Portalen oder Angebotspreisen, sondern zeigt, was tatsächlich gezahlt wurde.
Auf den Inseln treiben gebrauchte Wohnungen den Anstieg mit einem Plus von 12,9%. Neubauten verteuern sich ruhiger, um 7,4%. Es kommen wenige neue Wohnungen auf den Markt, also landet der Druck auf dem Bestand, den die meisten Familien kaufen.
Die Kanaren im Vergleich mit dem übrigen Spanien
So hoch der kanarische Wert ist, er liegt unter dem spanischen Durchschnitt von 12,2%. Die Balearen, der andere touristische Archipel des Landes, verzeichneten im selben Quartal 13,7%. Die stärksten Anstiege gab es in Ceuta und Asturien mit knapp 15%, die schwächsten in Navarra und im Baskenland mit rund 10%. Alle Regionen legten zu: Die Kanaren sind Teil eines landesweiten Trends, der inzwischen mehr als zwölf Jahre zurückreicht.
Was das für die Menschen hier bedeutet
Für eine Familie, die kaufen möchte, kostet die Wohnung, die sie im Blick hatte, jedes Quartal etwas mehr, und die Hypothek wächst mit; halten die Einkommen nicht Schritt, rückt das Eigenkapital in die Ferne. Wer schon Eigentum besitzt, sieht sein Vermögen wachsen, spürt das aber erst beim Verkauf. Für Mieter schlagen teurere Käufe meist auf die Mieten durch, weil weniger Mieter den Sprung ins Eigentum schaffen. Die Gemeinden nehmen mehr aus Grunderwerbsabgaben ein, tun sich aber schwer, junge Leute und wichtige Arbeitskräfte auf den Inseln zu halten.
Womit zu rechnen ist
Landesweit hat sich das Tempo gegenüber dem Vorquartal um sieben Zehntelpunkte abgeschwächt, doch nichts deutet auf kurzfristig sinkende Preise hin. Zu beobachten sind die nächste INE-Veröffentlichung gegen Jahresende, die Hypothekenzinsen und wie viele neue Wohnungen auf den Kanaren tatsächlich fertiggestellt werden. Wer ein Haus sucht, sollte weniger gefragte Gemeinden vergleichen, die Monatsrate mit Puffer berechnen und sich nicht aus Angst, leer auszugehen, überstürzen. Der Markt steigt seit elf Jahren; das ändert sich nicht in einer Woche.



