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Adeje und Guía de Isora: Wohnungskauf kostet fast 25 Jahreseinkommen

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Adeje und Guía de Isora: Wohnungskauf kostet fast 25 Jahreseinkommen
Vista aérea de Playa San Juan, en Guía de Isora (Tenerife). Foto: Wouter Hagens / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Wer in Adeje oder Guía de Isora eine Wohnung kaufen will, braucht dafür mehr Jahreseinkommen als in jeder anderen Gemeinde der Kanaren. Nur wenige Kilometer entfernt gehören Arona und Granadilla de Abona zu den Gemeinden mit den niedrigsten Durchschnittseinkommen Spaniens. Das zeigt eine am 13. September veröffentlichte Analyse auf Basis der Einkommensdaten des spanischen Statistikamts INE und der Immobilienpreise.

Fast 25 Jahreseinkommen

In Adeje müsste ein Haushalt mit durchschnittlichem Einkommen 24,57 volle Jahreseinkommen aufbringen, um eine durchschnittliche Wohnung zu bezahlen. In Guía de Isora sind es 24,32 Jahre. Die Zahlen beziehen sich auf 2023. Zum Vergleich: In La Laguna liegt der Aufwand bei rund 12,5 Jahren, in Las Palmas de Gran Canaria unter 11. Nach europäischen Kriterien gilt ein Markt als angespannt, wenn der Kauf mehr als acht Jahreseinkommen verschlingt. Adeje liegt beim Dreifachen.

Löhne am Ende der spanischen Tabelle

Der Einkommensatlas des INE, der die Einkünfte jeder Gemeinde aus Steuerdaten schätzt, beziffert das Pro-Kopf-Einkommen in Arona auf 11.184 Euro im Jahr und in Granadilla de Abona auf 11.489 Euro. Der spanische Durchschnitt liegt bei 15.036 Euro, der kanarische bei 13.595. Beide gehören zum ärmsten Viertel des Landes, und das in einer Gegend, in der Wohnraum zu Strandpromenadenpreisen gehandelt wird.

Warum das im Süden passiert

Der Süden lebt vom Tourismus, und der Tourismus zahlt Löhne aus Gastgewerbe und Dienstleistung, oft mit Saisonverträgen. Gleichzeitig konkurriert der Wohnraum mit Käufern, die keine lokalen Löhne beziehen: Etwa die Hälfte der Käufe in Arona und Adeje tätigen Ausländer, viele für die Umwandlung in eine Ferienwohnung, also die tageweise Vermietung an Touristen. Diese Nutzung bringt ein Vielfaches einer Langzeitmiete, sodass viele Wohnungen dem Wohnmarkt verloren gehen.

Was ein Hotelangestellter im Süden tun kann

Für ein Zimmermädchen in einem Hotel an der Costa Adeje ist der Kauf in Arbeitsnähe heute fast nur noch Theorie. Drei Wege bleiben. Der geförderte Wohnungsbau: Das kanarische Wohnungsinstitut bereitet mit europäischen Mitteln 134 bezahlbare Mietwohnungen in Adeje, Arona und Guía de Isora vor; das sind wenige, aber die Eintragung in das Bewerberregister lohnt sich. Das Wohnen in den mittleren Höhenlagen oder im Norden der Insel, wo die Preise sinken, gegen mehr Zeit auf der Autobahn. Und die Ausweisung als angespannter Wohnungsmarkt, das rechtliche Instrument, mit dem neue Mieten gedeckelt werden können und dessen Voraussetzungen die meisten großen kanarischen Gemeinden bereits erfüllen. Zu beobachten bleibt, ob die Rathäuser im Süden den Antrag stellen und wie viele Sozialwohnungen tatsächlich übergeben werden.