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Rekordpreise und verschlossene Häuser: zwei Gesichter derselben Wohnungskrise auf den Atlantikinseln

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Rekordpreise und verschlossene Häuser: zwei Gesichter derselben Wohnungskrise auf den Atlantikinseln
Wohnhäuser am Hang über Funchal, Madeira. Foto: M McBey / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Dreißig Inseln, vier Archipele und eine Woche Nachrichten. Einzeln gelesen wirken sie wie verschiedene Welten: Rekordpreise in einem Ballungsraum und die Stille eines Marktes, auf dem kaum ein Haus im Jahr den Besitzer wechselt. Zusammen gelesen beschreiben sie dasselbe Problem — einen Wohnungsbestand, der nicht wachsen kann, gegenüber einer Nachfrage, die nicht von der Insel abhängt — mit zwei gegensätzlichen Symptomen.

Wo Nachfrage von außen ankommt

Auf der teuren Hälfte der Karte reiht sich Rekord an Rekord. Der Ballungsraum Santa Cruz–La Laguna verzeichnet nie dagewesene Preise, bei einer Belastung der Haushalte über dem, was Fachleute für vertretbar halten. Funchal überschreitet im Zentrum bereits 3.000 Euro pro Quadratmeter. Ponta Delgada verbucht mehrere Quartale in Folge mit Zuwächsen. Auf Lanzarote zählt der Anteil ausländischer Käufer zu den höchsten Spaniens, und auf Sal und Boa Vista wird Bauland am Strand in Euro bezahlt.

Wo sie ausbleibt

Am anderen Ende ist nicht der Preis das Problem, sondern das Fehlen eines Marktes. Auf Corvo mit seinen rund 400 Einwohnern ist der Verkauf eines Hauses ein Ereignis, und in den Portalen steht kein einziges Angebot. Auf Brava und Maio sind Transaktionen verschwindend gering. Auf São Nicolau stehen Hunderte Häuser den größten Teil des Jahres verschlossen, errichtet mit Überweisungen der Diaspora, weder verkauft noch vermietet. Leere Häuser gibt es im Überfluss, und Wohnraum fehlt.

Boden, der nicht wachsen kann

Zwischen beiden Extremen liegt eine gemeinsame Beschränkung. Caleta de Sebo kann sich innerhalb des Naturparks Archipiélago Chinijo kaum ausdehnen. Die von der Unesco geschützte Weinbaulandschaft von Pico bremst das Bauen. Die Altstadt von Angra do Heroísmo drängt die Nachfrage an den Stadtrand. Auf El Hierro ist Bauland knapp und der Neubau nahezu symbolisch. Auf Fogo und La Palma legt die Geologie ihre eigene Hypothek auf.

Wer dafür zahlt, und was versucht wird

Immer wieder dieselben Betroffenen: Pflege- und Lehrkräfte, die nach San Sebastián de La Gomera versetzt werden und keine Mietwohnung finden, oder junge Menschen in Praia da Vitória und Valverde, die den Kauf aufgeben. Auch die Antworten ähneln sich. Las Palmas de Gran Canaria betreibt seine Ausweisung als angespannter Wohnungsmarkt, Madeira will die Abwanderung von Wohnraum in die Ferienvermietung bremsen, und auf Fuerteventura ist eine Regelung in Arbeit. Parallel setzt sich eine leisere Idee durch: sanieren statt bauen, wie bei den Fischerhäusern von Caleta de Sebo oder den palheiros von Santana. Sie hat auch eine Kehrseite, auf La Palma, wo alte Heuschober und Ställe als Wohnhäuser «mit großem Potenzial» angeboten werden.

Die Lehre der Woche: Insellage schützt nicht vor dem Markt — sie entscheidet nur, in welche Richtung es wehtut.