Madeira: Inflation sinkt auf 4,1%, Mieten steigen um 6,9%
Die Preise auf Madeira lagen im August um 4,1% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das meldet die DREM, das Regionale Statistikamt Madeiras, das die Zahl am 10. September veröffentlicht hat. Das ist weniger als die 4,7% vom Juli, liegt aber weiterhin über dem Wert für Portugal und für den Euroraum. Und im Warenkorb gibt es zwei Posten, die Familien direkt treffen: die Wohnkosten und vor allem die Miete.
Fast ein Punkt über Portugal und Europa
Der Verbraucherpreisindex misst, wie stark sich die Kosten eines typischen Einkaufskorbs einer Familie verändern. Portugal schloss den August laut Statistikamt INE mit einer Inflation von 3,3% ab, und der Euroraum kam laut Eurostat ebenfalls auf 3,3%. Madeira liegt damit fast einen vollen Punkt darüber. Gegenüber Juli sanken die Preise auf der Insel um 0,6%, doch der Jahresvergleich bleibt hoch.
Dass Inseln mehr zahlen, ist kein Zufall. Madeira holt fast alles per Schiff oder Flugzeug herein. Steigen Ölpreis oder Fracht, kommen die Mehrkosten schnell im Supermarktregal an, und es gibt weniger Wettbewerb als auf dem Festland, der sie abfedern könnte. Die Kanaren kennen diesen Mechanismus gut.
Wohnen und Energie 4,7% teurer
Die Gruppe Wohnung, Wasser, Strom und Gas verteuerte sich binnen eines Jahres um 4,7%. Dazu gehören Stromrechnung, Wasser, Gas und Miete. Sie war die drittstärkste Preistreiberin, hinter Verkehr mit 8% sowie Restaurants und Hotels mit 6,4%.
Was 6,9% bei der Miete bedeuten
Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter stieg im Jahresvergleich um 6,9%, der stärkste Anstieg aller portugiesischen Regionen. Ein einfaches Rechenbeispiel: Eine Familie, die für eine Wohnung in Funchal 1.000 Euro im Monat zahlt und deren Miete um diesen Prozentsatz angepasst wird, zahlt künftig 1.069 Euro. Das sind 69 Euro mehr im Monat, rund 830 Euro im Jahr, fast eine zusätzliche Monatsmiete. Ein Hinweis: Die Statistik bildet den Marktdurchschnitt ab, nicht die Erhöhung jedes einzelnen Vertrags. Bestehende Verträge dürfen nur um den jährlichen Koeffizienten des INE angepasst werden, der für 2027 bei 2,56% liegt. Die 6,9% spiegeln vor allem wider, was Mieter bei einem neuen Vertrag zahlen.
Was zu erwarten ist
Für Mieter ist der Rat einfach: Vor dem Akzeptieren einer Erhöhung prüfen, ob der Vertrag sie zulässt und bis zu welcher Grenze. Wer eine Wohnung sucht, muss weiter mit Druck rechnen, solange Langzeitvermietung mit Ferienvermietung konkurriert. Für die Stadtverwaltung von Funchal und die Regionalregierung macht die Zahl deutlich, wie dringend mehr bezahlbarer Wohnraum auf den Markt muss. Die allgemeine Inflation dürfte sich im Herbst weiter abschwächen; die Mieten, solange das Angebot nicht wächst, nicht.



