Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

euroinmobiliaria®
Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria steuert auf die Ausweisung als angespannter Wohnungsmarkt zu

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Las Palmas de Gran Canaria steuert auf die Ausweisung als angespannter Wohnungsmarkt zu
Foto: Holger Uwe Schmitt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Las Palmas de Gran Canaria ist auf dem Weg, eine der ersten Großstädte des Archipels zu werden, die sich der im staatlichen Wohnungsgesetz vorgesehenen Regelung für angespannte Wohnungsmarktgebiete unterstellt. Das Verfahren, an dem das Rathaus und die Regierung der Kanaren arbeiten, stützt sich auf einen Befund, den die Daten seit Jahren belegen: Mieten in der Hauptstadt ist für einen wachsenden Teil der Haushalte unerschwinglich geworden.

Die Voraussetzungen werden deutlich erfüllt

Das Gesetz erlaubt es, ein Gebiet als angespannt einzustufen, wenn die Miet- oder Hypothekenkosten zuzüglich Nebenkosten 30 % des durchschnittlichen Haushaltseinkommens übersteigen oder wenn die Preise in fünf Jahren um mindestens drei Punkte über dem regionalen Verbraucherpreisindex gestiegen sind. Laut Immobilienportalen liegt die Durchschnittsmiete in der Hauptstadt bereits bei rund 12 Euro pro Quadratmeter im Monat, nach einem kumulierten Anstieg von über 30 % in fünf Jahren, während die Löhne laut Daten des Istac deutlich langsamer gewachsen sind. Stadtteile wie Guanarteme, Alcaravaneras oder das Umfeld von Las Canteras sind am stärksten betroffen.

Was sich für Mieter ändert

Die Ausweisung, zunächst mit einer Geltungsdauer von drei verlängerbaren Jahren, würde Obergrenzen für die Mietanpassung bei neuen Verträgen in Kraft setzen: Grundsätzlich dürfte die neue Miete die des vorherigen Vertrags nicht übersteigen, und bei Großvermietern würde sie durch den staatlichen Referenzindex gedeckelt. Mieter erhielten zudem außerordentliche Verlängerungen bei Vertragsende. Branchenquellen relativieren jedoch, dass die Wirkung schrittweise eintreten und von der tatsächlichen Kontrolle der neuen Mietverträge abhängen werde.

Was es für Eigentümer bedeutet

Für Kleineigentümer geht die Regelung mit staatlichen Steueranreizen für die Vermietung zu gedeckelten Preisen oder an junge Menschen einher – Verbesserungen, die verhindern sollen, dass Wohnungen dem Markt entzogen werden. Großvermieter hingegen sehen sich den strengsten Auflagen gegenüber. Ein Teil der Branche warnt vor der Gefahr, dass sich das Angebot in Richtung Saisonvermietung oder Verkauf verlagert – ein Effekt, der in anderen spanischen Städten beobachtet wurde, die die Regelung bereits anwenden, und den die kanarischen Behörden nach eigenen Angaben im Blick behalten wollen.

Ein Instrument, keine vollständige Lösung

Einig sind sich Behörden und Branchenquellen darin, dass die Ausweisung ein Instrument zur Eindämmung ist, keine strukturelle Lösung. Ohne mehr bezahlbaren Wohnraum, öffentlich wie privat, bleibt der grundlegende Druck bestehen. Die Hauptstadt Gran Canarias wird damit jedenfalls zum kanarischen Testfeld einer Politik, die die Wohnungsdebatte im Archipel in den kommenden Jahren prägen wird.