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Kanarische Inseln

Kanaren handeln beim Wohnen: Mietzuschuss für junge Leute, neuer Plan und neue Regeln

Euroinmobiliaria® · · 4 Min. Lesezeit

Kanaren handeln beim Wohnen: Mietzuschuss für junge Leute, neuer Plan und neue Regeln
Wohngebäude am Strand Las Canteras in Las Palmas de Gran Canaria. Foto: Matthias Bethke / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Eine Wohnung zu finden gehört auf den Kanaren heute zu den größten Sorgen der Familien, vor allem der jungen Leute. Die Preise steigen schneller als die Löhne, und in vielen Gegenden gibt es kaum Mietangebote. Die kanarischen Behörden haben deshalb im Laufe des Jahres 2026 ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das an drei Stellen ansetzt: beim Bezahlen helfen, mehr Wohnungen auf den Markt bringen und die Regeln ändern, damit besser gebaut und gerechter vergeben wird.

Direkte Hilfe für junge Mieter

Die unmittelbarste Maßnahme ist der neue Mietzuschuss für junge Leute (Bono Alquiler Joven). Er richtet sich an Personen zwischen 18 und 35 Jahren und kann zwei Jahre lang bis zu 250 Euro im Monat betragen. Die Antragsfrist läuft bereits und endet am 8. Oktober. Der Antrag wird online über das elektronische Portal der kanarischen Regierung gestellt.

Für junge Menschen, die mehr als die Hälfte ihres Gehalts für die Miete ausgeben, kann der Zuschuss darüber entscheiden, ob sie ausziehen oder bei den Eltern bleiben. Inselräte wie der von Teneriffa haben eigene Mittel beigesteuert, und Lanzarote und La Graciosa haben nicht ausgegebenes Geld aus dem Vorjahr eingebracht. Die Hilfe dürfte daher mehr Antragsteller erreichen als in früheren Runden. Es empfiehlt sich, nicht bis zum letzten Tag zu warten, denn bei solchen Programmen gehen meist weit mehr Anträge ein, als Plätze vorhanden sind.

Ein Fünfjahresplan für mehr Wohnungen

Das Grundproblem lässt sich mit Zuschüssen allein nicht lösen: Es fehlen Wohnungen. Deshalb wird gemeinsam mit den Inselräten der Kanarische Wohnungsplan 2026-2030 ausgearbeitet. Er hat drei Schwerpunkte: mehr geförderter Wohnraum, die Nutzung leerstehender Wohnungen und die Reservierung von Bauland für bezahlbares Wohnen.

Der Plan setzt außerdem auf industrielles Bauen, bei dem Gebäudeteile in der Werkstatt gefertigt und auf der Baustelle montiert werden. Das verkürzt die Bauzeiten erheblich, und das fällt auf Inseln, auf denen Bauen langsam und teuer ist, besonders ins Gewicht.

Vermieter mit garantierter Miete

Eine weitere Maßnahme ist die Aktive Börse für bezahlbaren Wohnraum, die vom öffentlichen Wohnungsunternehmen verwaltet wird. Die Regierung vermittelt zwischen dem Eigentümer einer leerstehenden Wohnung und dem Mieter und garantiert dem Eigentümer die Mietzahlung. Viele Wohnungen bleiben verschlossen, weil die Eigentümer Mietausfälle oder Ärger mit Mietern fürchten. Übernimmt die Verwaltung dieses Risiko, könnte ein Teil dieser Wohnungen zu vernünftigen Preisen auf den Mietmarkt kommen.

Neue Regeln: Punkte statt Losverfahren

Auch die Vergabe von gefördertem Wohnraum ändert sich. Ein neues Bewerberregister ersetzt das Losverfahren durch ein Punktesystem, das den tatsächlichen Bedarf, die Verwurzelung in der Gemeinde und die Zusammensetzung des Haushalts bewertet. In der Praxis hat Vorrang, wer die Wohnung am dringendsten braucht, und nicht, wer mehr Glück hat.

Parallel dazu berät das Regionalparlament eine Reform des Wohnungsgesetzes. Sie schafft die Kategorie der „geförderten bezahlbaren Wohnungen“ und legt das Verfahren zur Ausweisung angespannter Wohnungsmärkte fest, das jede Gemeinde einleitet und über das die Regionalregierung entscheidet. Hinzu kommen die in den letzten zwei Jahren verabschiedeten Vorschriften zur Beschleunigung von Genehmigungen und Planung. Ziel des gesamten Pakets ist, dass Bauen kein bürokratischer Hindernislauf mehr ist.

Was noch diskutiert wird

Einige Fragen sind noch offen. Politisch wird weiter darüber gestritten, ob der Wohnungskauf durch Nichtansässige in den am stärksten angespannten Gebieten begrenzt werden soll. Die Opposition hat zudem einen Gesetzentwurf eingebracht, der eine stabile Finanzierung des Wohnungsbaus, ein ehrgeizigeres Ziel für den geförderten Wohnungsbestand und eine Steuer für Großeigentümer fordert. Vorerst ist das nur ein Vorschlag und nicht in Kraft.

Der Mietzuschuss für junge Leute in Zahlen

Die Ausschreibung wurde am 17. September 2026 im Amtsblatt der Kanaren (BOC Nr. 187) durch Beschluss des Kanarischen Wohnungsinstituts veröffentlicht. Das sind die wesentlichen Punkte:

  • Frist: vom 18. September bis zum 8. Oktober 2026, fünfzehn Werktage.
  • Höhe: 250 Euro im Monat für höchstens 24 Monate, also bis zu 6.000 Euro pro Person.
  • Wer ihn beantragen kann: junge Leute von 18 bis einschließlich 35 Jahren zum Zeitpunkt der Antragstellung. Sie müssen einen Miet- oder Nutzungsüberlassungsvertrag für eine Wohnung oder ein Zimmer auf den Kanaren haben.
  • Einkommen: Das Einkommen des Jahres 2025 darf das Dreifache des IPREM nicht übersteigen, des spanischen öffentlichen Einkommensindikators, der als Bezugsgröße für Hilfen dient. Die Grenze steigt auf das Vier- oder Fünffache, etwa bei kinderreichen Familien oder Behinderung.
  • Höchstmiete: 900 Euro im Monat für eine ganze Wohnung oder 450 für ein Zimmer als allgemeine Obergrenze. Die von der Regierung verbreiteten Informationen nennen außerdem je nach Gebiet niedrigere Grenzen.
  • Wie er vergeben wird: Die Antragsteller konkurrieren nicht untereinander. Die Hilfe erhält, wer die Voraussetzungen erfüllt, solange Mittel vorhanden sind.
  • Budget: knapp 12,9 Millionen Euro. Der größte Teil stammt vom spanischen Wohnungsbauministerium, der Rest von den Inselräten. Teneriffa steuert 1,9 Millionen bei, verteilt auf 2026 und 2027, und Lanzarote und La Graciosa bringen 378.000 Euro ein, die 2025 nicht ausgegeben wurden.
  • Bescheid: Die Verwaltung hat sechs Monate Zeit für die Entscheidung. Erfolgt in dieser Frist keine Mitteilung, gilt der Antrag als abgelehnt. Die Bewilligungen sollen vor dem 31. Dezember 2026 entschieden sein.
  • Wo er beantragt wird: im elektronischen Portal der kanarischen Regierung, Verfahren 7410 (auf Spanisch).