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Kanarische Inseln

Kanaren gehen bei 90 Millionen Euro für angespannte Wohnungsmärkte leer aus

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Kanaren gehen bei 90 Millionen Euro für angespannte Wohnungsmärkte leer aus
Edificios de viviendas de Las Palmas de Gran Canaria vistos desde el puerto. Foto: Holger Uwe Schmitt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Das spanische Wohnungsbauministerium verteilt 90 Millionen Euro an die Regionen, die angespannte Wohnungsmärkte ausgewiesen haben. Das Geld geht nach Katalonien, ins Baskenland, nach Navarra, Galicien und Asturien. Die Kanaren bekommen keinen Euro, weil ihre Regierung keine einzige solche Zone ausgewiesen hat.

Was eine angespannte Zone ist

Gemeint ist eine Gemeinde oder ein Stadtviertel, in dem Wohnen so teuer geworden ist, dass das staatliche Wohnungsgesetz Sondermaßnahmen erlaubt. Eine von zwei Bedingungen muss erfüllt sein: Die Haushalte geben im Schnitt mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnung und Nebenkosten aus, oder die Preise sind in fünf Jahren mindestens drei Punkte stärker gestiegen als der Verbraucherpreisindex, also die Lebenshaltungskosten. Die Ausweisung nimmt die Regionalregierung vor, nicht Madrid und nicht die Gemeinde. Danach dürfen Mieten bei neuen Verträgen gedeckelt werden, neue Lizenzen für Ferienwohnungen werden gestoppt, und es fließen höhere staatliche Hilfen.

So werden die 90 Millionen verteilt

Katalonien erhält knapp 60 Millionen für seine 271 angespannten Gemeinden. Das Baskenland bekommt 15,5 Millionen, Navarra 6,7, Galicien 5,1 und Asturien 3. Insgesamt profitieren 317 Gemeinden. Der Schlüssel richtet sich vor allem nach der Zahl der Einwohner in ausgewiesenen Zonen. Das Geld darf in öffentlichen Wohnungsbau, die Sanierung von Gebäuden für bezahlbare Mieten oder den Kauf von Wohnungen und Grundstücken fließen.

Was die Menschen auf den Kanaren verlieren

Für eine Familie, die in Las Palmas de Gran Canaria zur Miete wohnt, ist der Unterschied greifbar. Ohne Ausweisung gibt es bei einem neuen Vertrag keine Mietobergrenze, und wer seine Wohnung einem öffentlichen Vermietungsprogramm überlässt, erhält weniger: Der neue staatliche Wohnungsplan zahlt bis zu 25.000 Euro in angespannten Zonen gegenüber 17.000 Euro anderswo. Zum Vergleich: Asturien, mit weniger Einwohnern als die Kanaren, bekommt 3 Millionen allein dafür, dass es seine Zonen ausgewiesen hat.

Warum die Kanaren keine Zonen ausweisen

Die kanarische Regierung vertritt seit 2023 die Ansicht, dass mehr Wohnungen zu bauen wirksamer sei als in die Preise einzugreifen. Las Palmas de Gran Canaria hat die Ausweisung vor über einem Jahr beantragt. Die Regionalregierung forderte jedoch Unterlagen mit amtlichen Daten nach, und das Verfahren läuft weiter.

Solange keine Zone ausgewiesen wird, bleiben die Kanaren bei solchen Verteilungen außen vor. Zu beobachten sind die Antwort an Las Palmas und die Frage, ob weitere Gemeinden eigene Anträge mit Daten von ISTAC oder INE stellen. Mieter können ihre Gemeinde bitten, das Verfahren einzuleiten. Wer eine leere Wohnung besitzt, sollte wissen, dass die Prämie für die Überlassung höher ausfiele, wenn seine Zone ausgewiesen wäre.