Sonntag, 13. September 2026 Wohnen und Immobilien auf den Kanaren, Madeira, den Azoren und Kap Verde

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Immobilienpreise Azoren: Rekordhoch von 2.080 Euro pro Quadratmeter

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Immobilienpreise Azoren: Rekordhoch von 2.080 Euro pro Quadratmeter
Marina y frente urbano de Ponta Delgada, en la isla de São Miguel (Azores). Foto: Balou46 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Ein Haus auf den Azoren war noch nie so teuer. Im August 2026 erreichte der durchschnittliche Angebotspreis 2.080 Euro pro Quadratmeter, wie die Immobilienportale melden. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung und 12,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Eine 80 Quadratmeter große Wohnung kostet damit rund 166.000 Euro, etwa 18.000 Euro mehr als vor zwölf Monaten.

Noch immer günstiger als Festland und Madeira

Trotzdem bleibt der Archipel die günstigste Region Portugals. Landesweit liegen die Angebotspreise bei über 3.600 Euro pro Quadratmeter, und Madeira, die andere autonome Region, bewegt sich oberhalb von 4.300 Euro. Der Unterschied liegt im Tempo: Die Azoren führen seit mehr als einem Jahr die Preissteigerungen des Landes an.

São Miguel gibt den Ton an

Der Schub ist nicht auf allen neun Inseln gleich. São Miguel beherbergt mehr als die Hälfte der Bevölkerung und fast die gesamte Wirtschaft, und Ponta Delgada liegt bereits über 2.300 Euro pro Quadratmeter. Terceira folgt dicht dahinter. Dahinter stehen drei Faktoren. Der Tourismus: Seit der Öffnung des Luftraums 2015 und der Ankunft der Billigflieger stiegen die Übernachtungen von 1,2 Millionen auf 4,5 Millionen im Jahr 2025, und viele Gäste schlafen in Häusern, die zu Ferienunterkünften umgewandelt wurden. Das Homeoffice, das Käufer vom Festland und aus dem Ausland mit deutlich höheren Gehältern anzieht. Und das Angebot: Viele Häuser von Auswanderern stehen leer und kommen nie auf den Markt.

Der Plan der Regionalregierung

Die Regierung unter José Manuel Bolieiro hat den Wohnungsbau zur Priorität erklärt. Mit Mitteln aus dem PRR, dem europäischen Aufbauplan nach der Pandemie, investiert sie 65 Millionen Euro in 767 Wohnlösungen: 142 Neubauten, 480 Sanierungen und 145 erschlossene Grundstücke. Ein Teil der Wohnungen wird als Mietkauf vergeben, mit Mieten von rund 400 Euro im Monat für eine Dreizimmerwohnung, und die Einkommensgrenzen wurden angehoben, damit sich auch die Mittelschicht bewerben kann.

Was das für Wohnungssuchende bedeutet

Für einen jungen Menschen auf São Miguel mit ortsüblichem Gehalt rückt der freie Markt in Ponta Delgada in die Ferne; der realistische Weg führt über öffentliche Wohnungen, Mietkauf-Ausschreibungen oder die Gemeinden im Inselinneren. Auf kleinen Inseln wie Corvo, Flores oder Graciosa liegt das Problem anders: Es gibt kaum Angebote, und alles hängt davon ab, ob eine Familie verkaufen will. Zu beobachten bleibt, ob sich das Tempo der Steigerungen abschwächt, wie bereits auf dem Festland, und ob die 767 PRR-Wohnungen rechtzeitig fertig werden. Und wer ein leerstehendes Haus besitzt, hat mehr Gründe denn je, es zu vermieten oder zu verkaufen.