Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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Santa Maria

Hunderte Auswandererhäuser prägen das Wohnbild von Vila do Porto - und stehen leer

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Hunderte Auswandererhäuser prägen das Wohnbild von Vila do Porto - und stehen leer
Foto: Ruben JC Furtado / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)

Ein Erbe der transatlantischen Auswanderung

Viele Häuser wurden mit Geldüberweisungen aus Nordamerika gebaut oder erweitert.

Ein unzureichend genutzter Wohnungsbestand

Dutzende Wohnungen stehen 10 bis 11 Monate im Jahr leer.

Zwischen ideellem Wert und Marktdruck

Die emotionale Bindung erschwert es, dass diese Häuser auf den Markt kommen.

Mögliche Wege zur Mobilisierung des leerstehenden Bestands

Im Gespräch sind Steueranreize, um die Langzeitvermietung zu fördern.

Eine von der Auswanderung geprägte Insel

Santa Maria war neben São Miguel während eines Großteils des 20. Jahrhunderts eine der Azoreninseln mit der stärksten Auswanderung in die Vereinigten Staaten und nach Kanada - eine Bewegung, die tiefe Spuren im Stadtbild von Vila do Porto hinterlassen hat. Die Überweisungen aus Neuengland und Kalifornien ermöglichten es vielen Familien, ihre Häuser zu bauen oder zu erweitern, oft in einer Größe und mit einer Ausstattung, die den damaligen Durchschnitt der Insel übertrafen. Lokale Historiker sehen in diesem Phänomen die Erklärung für einen Großteil des heutigen Erscheinungsbildes der Gemeinde. Die Verbindung zur Diaspora bleibt Jahrzehnte später ein prägendes Merkmal der Identität von Santa Maria.

Häuser, die auf den Sommer warten

Üblich ist, dass diese Häuser den größten Teil des Jahres verschlossen bleiben und nur während der Sommerwochen geöffnet werden, wenn die ausgewanderten Familien in den Urlaub zurückkehren. Der örtliche Einzelhandel bemerkt in dieser Zeit einen deutlichen Aufschwung, gefolgt von einem markanten Rückgang im Rest des Jahres. Einige Familien erwägen inzwischen eine endgültige Rückkehr nach dem Renteneintritt, was die Nutzung mancher dieser Häuser künftig verändern könnte. Vorerst dient die Mehrheit jedoch weiterhin als Saisonwohnsitz.

Die Bremswirkung familiärer Verbundenheit

Obwohl eine Langzeitvermietung den Eigentümern stabile Einnahmen verschaffen könnte, zieht es die Mehrheit vor, ihre Häuser geschlossen zu halten, statt sie Dritten zu überlassen, sei es auch nur vorübergehend. Diese Verbundenheit erklärt sich laut befragten Anwohnern durch den emotionalen Wert des Familienhauses und die Sorge vor unsachgemäßer Nutzung oder Verwahrlosung der Immobilie. Manche Eigentümer haben sich allerdings für die kurzfristige touristische Vermietung in den Monaten entschieden, in denen sie das Haus nicht selbst nutzen. Die Kombination beider Nutzungen, der emotionalen und der kommerziellen, bestimmt heute das Verhalten eines Großteils dieses Wohnungsbestands.

Maßnahmen in der Diskussion

Kommunalverantwortliche in Vila do Porto prüfen gemeinsam mit dem Governo Regional dos Açores mögliche Steueranreize für ausgewanderte Eigentümer, die ihre Häuser langfristig an Inselbewohner vermieten wollen. Diese Maßnahmen orientieren sich an ähnlichen Erfahrungen in anderen europäischen Regionen mit hoher historischer Auswanderung. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie einen Teil eines Wohnungsbestands freisetzen, der heute den größten Teil des Jahres praktisch ungenutzt bleibt. Die Behörden betonen, dass jede Lösung den Willen der Eigentümer und die emotionale Bindung an ihre Häuser respektieren muss.