Kap Verde saniert Wohnungen der Familien nach dem Busunglück auf Fogo
Die Regierung von Kap Verde hat am 12. September angekündigt, die Wohnungen der Familien instand zu setzen, die vom Unglück in São Filipe auf der Insel Fogo betroffen sind. Die Maßnahme ergänzt die Soforthilfen nach der Tragödie vom 4. September, als ein Bus von der Straße abkam und in eine Schlucht stürzte. 25 Menschen starben, 13 wurden verletzt, die meisten von ihnen Schüler und junge Leute.
Hilfe an mehreren Fronten
Der Premierminister hat das Unglück als schwerste Tragödie des Landes seit der Unabhängigkeit bezeichnet. Ein Krisenstab koordiniert die Regierung mit den Gemeindeverwaltungen von São Filipe, Mosteiros und Santa Catarina do Fogo. Jede Familie erhält 100.000 Escudos pro Todesopfer, rund 907 Euro. Gezahlt wird pro Opfer und nicht pro Haushalt, weil manche Familien mehr als ein Mitglied verloren haben. Hinzu kommen Lebensmittelpakete, psychologische Betreuung und die Übernahme der Reisekosten für nahe Angehörige.
Was ein Eingriff in die Wohnungen bedeutet
Die Ankündigung nennt noch keine Zahl der betroffenen Häuser und keinen Zeitplan. In Kap Verde bedeutet eine Wohnungsintervention meist, das bestehende Haus zu sanieren: Dächer reparieren, provisorische Baustoffe ersetzen, Bad und Küche einbauen oder ein Zimmer anbauen. Auf Fogo leben viele Familien in Häusern, die in Etappen entstanden sind, bezahlt mit Geld aus der Emigration oder mit dem Lohn der Kinder. Reißt eine Tragödie diejenigen weg, die den Haushalt getragen haben, bleibt der Rohbau ohne Finanzierung.
Eine Insel mit Erfahrung im Wiederaufbau
Fogo kennt Umsiedlungen. Der Ausbruch des Pico do Fogo 2014 und 2015 begrub Portela und Bangaeira in der Chã das Caldeiras und zwang alle Bewohner zur Flucht; ein Teil baute später auf der Lava wieder auf. Seither hat das staatliche Programm Casa para Todos auf mehreren Inseln Sozialwohnungen errichtet. Der Vergleich mit den Kanaren liegt nahe: Nach dem Vulkanausbruch auf La Palma 2021 kam die Soforthilfe schnell, die endgültigen Wohnungen ließen dagegen Jahre auf sich warten.
Was die Familien erwarten können
Kurzfristig fließen Geld, Lebensmittelpakete und psychologische Hilfe bereits über den Krisenstab. Die Arbeiten an den Häusern werden länger dauern: Erst müssen die Haushalte erfasst, jedes Haus begutachtet und Prioritäten festgelegt werden. Betroffene Familien sollten sich bei der Gemeindeverwaltung registrieren, alle Unterlagen zum Eigentum aufbewahren und sich schriftlich bestätigen lassen, welche Arbeiten ihnen zustehen. Die kapverdische Gesellschaft und ihre Diaspora müssen darauf achten, dass aus der Ankündigung ein Zeitplan, ein Budget und eine Liste von Häusern mit Namen wird.



