Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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La Palma

Der Boom alter Ställe und Heuschober auf ländlichem Grund treibt die Preise auf La Palma in die Höhe und belastet den Wohnungsmarkt

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Der Boom alter Ställe und Heuschober auf ländlichem Grund treibt die Preise auf La Palma in die Höhe und belastet den Wohnungsmarkt
Foto: Pwagenblast / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die alten Heuschober, Ställe, Geräteschuppen und andere kleine traditionelle Bauten auf ländlichem Grund La Palmas erleben einen unerwarteten Boom. Gebäude, die über Generationen hinweg zur Unterbringung von Vieh, Futter oder Werkzeug dienten, erscheinen heute in Immobilienportalen mit deutlich steigenden Preisen und Beschreibungen, die sie fast wie Wohnhäuser darstellen – obwohl die städtebauliche Einstufung des Grundstücks ihre Nutzung stark einschränkt.

Vom Stall zum "Haus mit Potenzial"

Die Anzeigen folgen einem erkennbaren Muster: Sie heben die Abgeschiedenheit, die Aussicht, die Grundstücksgröße und die "Möglichkeit zur Sanierung" oder das "große Renovierungspotenzial" hervor. Nur selten wird erwähnt, dass es sich um landwirtschaftliche oder viehwirtschaftliche Bauten handelt, denen in der Praxis die rechtlichen Voraussetzungen fehlen, um problemlos in einen dauerhaften Wohnsitz umgewandelt zu werden.

Das Ergebnis sind hohe Preise für Gebäude, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und der für ländlichen Grund geltenden Vorschriften nicht mit einem Wohnhaus gleichgesetzt werden können. In manchen Fällen werden diese Bauten inzwischen sogar als Ferienunterkünfte betrieben – eine weitere Wendung bei der Umnutzung von Räumen, die nie für den Aufenthalt von Touristen gedacht waren.

Ein bereits angespannter Markt

Das Phänomen tritt vor dem Hintergrund eines extremen Wohnungsdrucks auf der Insel auf. Der Ausbruch des Tajogaite im Jahr 2021 zerstörte mehr als 1.300 Wohnungen, und seither konkurriert die Wohnraumnachfrage der Betroffenen und der lokalen Bevölkerung mit der touristischen Nutzung des Immobilienbestands. In Gemeinden wie Los Llanos de Aridane sind die Preise in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt.

Hinzu kommt die Wirkung des Gesetzes der Grünen Inseln ("Ley de Islas Verdes"), dessen Anwendung in bestimmten Fällen die Ausbreitung touristischer Projekte auf ländlichem Grund ermöglicht hat. Diese offene Tür hat den wahrgenommenen Wert jedes bestehenden Bauwerks auf dem Land steigen lassen, so bescheiden oder verfallen es auch sein mag, und nährt die Erwartung, dass sich ein Heuschober in ein Geschäft oder einen Wohnsitz verwandeln lässt.

"Verzerrt den Markt"

Experten und Anwohner warnen, dass diese Praxis den Markt verzerrt: Sie treibt die Preise von Immobilien in die Höhe, die aufgrund ihrer ländlichen Einstufung erhebliche Einschränkungen für die dauerhafte Wohnnutzung aufweisen, und erschwert zusätzlich den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum für alle, die auf der Insel leben und arbeiten.

Das Paradoxe liegt auf der Hand. Während für alte Ställe hohe Summen gezahlt werden, umfasst der Bestand an leerstehenden Häusern auf La Palma mehr als 12.000 Einheiten, viele davon in ländlichen Gebieten im Norden und zunehmend verfallend, weil sie weder genutzt noch instand gehalten werden.

Erwartungen, die nicht der Realität entsprechen

Die Vermarktung dieser ehemaligen Viehwirtschaftsbauten als Wohnimmobilien löst das Wohnungsproblem der Insel nicht. Im Gegenteil: Sie trägt dazu bei, die Preise hochzuhalten, und weckt Erwartungen, die nicht immer der städtebaulichen und rechtlichen Realität des ländlichen Grundes von La Palma entsprechen. Wer einen Heuschober kauft, um ihn zu seinem Zuhause zu machen, muss womöglich feststellen, dass die Genehmigung nie erteilt wird – während der gezahlte Preis bereits die Messlatte für die nächste Anzeige nach oben gesetzt hat.