Azoren bauen 24 öffentliche Häuser in Fenais da Luz für 5,1 Millionen
Die Regionalregierung der Azoren hat den Bau von 24 Einfamilienhäusern in Fenais da Luz, im Ortsteil Candeias der Gemeinde Ponta Delgada, öffentlich ausgeschrieben. Der Basispreis liegt bei 5,1 Millionen Euro, und Bauunternehmen können ihre Angebote bis zum 22. Oktober 2026 einreichen. Die Bekanntmachung erschien am 8. September.
Was gebaut wird
Geplant sind 18 Häuser mit drei Schlafzimmern und sechs mit vier, also klar auf Familien zugeschnitten. Die Bauzeit ist mit 720 Tagen angesetzt, rund zwei Jahre. Schon 2024 hatte die Regionalregierung die Erschließung mit Straßen und Leitungen für etwa 935.000 Euro vergeben. Fenais da Luz ist eine Pfarrgemeinde an der Nordküste von São Miguel mit weniger als 2.000 Einwohnern, rund 14 Kilometer von der Stadt entfernt. Ein typisch ländlicher Ort, in dem es noch öffentliches Bauland gibt und in dem man ohne Auto kaum auskommt.
Der Wohnungsplan dahinter
Das Projekt gehört zur regionalen Strategie für öffentlichen Wohnraum. Über den PRR, den europäischen Aufbaufonds nach der Pandemie, haben die Azoren rund 65 Millionen Euro in 767 Wohnlösungen gelenkt: 142 Neubauten, 480 Sanierungen und 145 erschlossene Parzellen. Wie dieses konkrete Vorhaben finanziert wird, hat die Regierung nicht gesagt; da das PRR-Zeitfenster in diesem Jahr endet, dürften Regionalmittel die Quelle sein.
Das zentrale Modell ist Miete mit Kaufoption. Eine Familie zieht als Mieter ein und kann das Haus nach einem Jahr kaufen, wobei die bereits gezahlte Miete vom Preis abgezogen wird. Bei den in diesem Sommer in Maia, im Kreis Ribeira Grande, übergebenen Wohnungen kosteten Zweizimmerwohnungen zwischen 394 und 462 Euro im Monat, Dreizimmerwohnungen rund 490 Euro. Das liegt weit unter dem, was der freie Markt in Ponta Delgada verlangt.
Was das für eine junge Familie bedeutet
Für ein Paar aus Ponta Delgada, das heute eine hohe Miete zahlt und das Eigenkapital für eine Hypothek nicht zusammenbekommt, sind diese Häuser ein echter Weg zum Eigentum. Das Modell zielt genau auf Haushalte, die eine Monatsrate stemmen, aber keine große Summe auf einmal aufbringen können. Der Preis dafür: außerhalb der Stadt wohnen und ein öffentliches Vergabeverfahren mit Einkommensgrenzen und Punktesystem durchlaufen.
Realistischer Zeitplan und worauf zu achten ist
Mit 2027 sollte niemand rechnen. Nach Angebotsschluss dauern Zuschlag und Vertragsunterzeichnung meist Monate; beginnen die Arbeiten 2027, führt die zweijährige Bauzeit zu einer Übergabe 2029. Wer sich bewerben will, sollte die Vergabewettbewerbe der Regionaldirektion für Wohnungswesen verfolgen, die jährlich angepassten Einkommensgrenzen prüfen und Einkommens- und Meldenachweise aktuell halten. Die Erfahrung aus Maia und Vila Franca do Campo zeigt: Die Häuser sind schnell vergeben, und es gibt deutlich mehr Familien als Schlüssel.



