Versicherer verteuern Wohngebäudepolicen auf Fogo wegen des Risikos des Pico do Fogo
Ein aktiver Vulkan im Preis jeder Kaufurkunde
Der Ausbruch von 2014/2015 drückt den Preis der am stärksten exponierten Häuser um 15 bis 25 Prozent.
Günstigere Häuser, aber schwer zu versichern
Mehrere Gesellschaften stellen in der Nähe des aktiven Vulkangebäudes keine neuen Policen mehr aus.
Chã das Caldeiras, die am stärksten betroffene Zone
Die Bevölkerung des Calderabeckens hat sich trotz der Unsicherheit erholt.
Ein Markt, der lernt, mit dem Risiko zu leben
Ohne eine verbindliche Gefahrenkarte verhandeln Käufer und Verkäufer von Fall zu Fall.
Die noch frische Erinnerung an den Ausbruch
Der Ausbruch des Pico do Fogo 2014 und 2015 begrub ganze Häuser und Anbauflächen in Chã das Caldeiras unter sich – ein Ereignis, das im kollektiven Gedächtnis der Insel noch sehr präsent ist. Diese Vorgeschichte erklärt, warum Versicherer bei jeder Immobilie in den am stärksten exponierten Zonen des Vulkangebäudes strengere Kriterien anwenden. Für viele Anwohner prägt die Erfahrung, einmal ihr Haus verloren zu haben, heute jede Entscheidung darüber, wo sie wieder aufbauen.
Gesellschaften ziehen sich aus dem Vulkanrisiko zurück
Mehrere in Kap Verde tätige Versicherer haben sich dafür entschieden, in den vulkannahen Zonen schlicht keine neuen Policen mehr abzuschließen, und verweisen auf die wenigen Gesellschaften, die dieses Risiko noch übernehmen. Dieser schrittweise Rückzug verringert den verfügbaren Wettbewerb und verteuert die Prämien für diejenigen, die tatsächlich noch eine Deckung abschließen können, weiter. Lokale Versicherungsmakler warnen, dass sich dieser Trend bei einer erneuten Eruptionstätigkeit noch verstärken könnte.
Chã das Caldeiras zwischen Risiko und Verwurzelung
Obwohl Chã das Caldeiras beim letzten Ausbruch evakuiert und teilweise zerstört wurde, ist die Bevölkerung in den Folgejahren wieder gewachsen, getragen vom Anbau des vulkanischen Weins und einem zunehmenden Naturtourismus. Viele Familien bauten ihre Häuser trotz der Risikowarnungen am selben Ort wieder auf. Diese Verwurzelung sei angesichts der historischen und wirtschaftlichen Verbindung der Gemeinschaft mit diesem konkreten Gebiet nachvollziehbar, so befragte Fachleute.
Das Fehlen einer verbindlichen Gefahrenkarte
Da es keine offizielle, verbindliche Kartierung des Vulkanrisikos gibt, müssen Käufer, Verkäufer und Versicherer jedes Geschäft einzeln aushandeln, ohne einheitliche Referenzkriterien. Experten für Risikomanagement sind der Ansicht, dass eine aktualisierte amtliche Karte sowohl die Immobilienbewertung als auch den Abschluss von Versicherungen erleichtern würde. Solange dieses Instrument nicht existiert, wird der Markt von Fogo weiterhin mit einem hohen Maß an technischer Unsicherheit funktionieren.



