Die Regierung und die Câmara Municipal da Praia legen ein neues Programm für öffentliches Bauland im sozialen Wohnungsbau auf
Öffentliches Bauland gegen die Preisspirale
Familien mit geringem Einkommen werden Parzellen für rund 3,5 Millionen CVE angeboten.
So funktioniert das neue Programm
Es verbindet staatliches Bauland mit kommunalen Erschließungsmaßnahmen und Basisinfrastruktur.
Vorgeschichte und Erwartungen
Frühere Programme brachten wegen des knappen Bodenangebots ungleiche Ergebnisse.
Reaktionen der Immobilienbranche
Die Wirkung hängt davon ab, wie viel tatsächlich übergeben wird und nach welchen Kriterien ausgewählt wird.
Der Kontext einer wachsenden Hauptstadt
Praia verzeichnet seit einigen Jahren ein anhaltendes Bevölkerungswachstum, angetrieben sowohl von der Binnenmigration von anderen Inseln als auch von der wirtschaftlichen Dynamik der Hauptstadt selbst. Dieses Wachstum hat den Preis für städtisches Bauland nach oben getrieben, insbesondere in den Lagen mit der besten Anbindung an das Verwaltungs- und Geschäftszentrum. Das neue Programm soll Familien eine Alternative bieten, die andernfalls vom formellen Wohnungsmarkt ausgeschlossen blieben. Fachleute der Stadtverwaltung sind überzeugt, dass sich die Kluft zwischen Löhnen und Bodenpreisen ohne staatliches Eingreifen weiter vergrößern würde.
Einzelheiten zur Vergabe der Parzellen
Das Programm sieht die Überlassung von Grundstücken in Randvierteln von Praia vor, wobei die Basisinfrastruktur für Wasser, Abwasser und Strom im Projekt enthalten ist. Die begünstigten Familien müssen sich verpflichten, ihr Haus innerhalb einer bestimmten Frist zu errichten, um Spekulation mit unbebauten Parzellen zu verhindern. Das Infrastrukturministerium und die Câmara Municipal stimmen die Auswahl der Begünstigten nach sozioökonomischen Kriterien ab. Vorgesehen ist zudem ein Kontrollsystem, das sicherstellt, dass die Häuser als Hauptwohnsitz genutzt werden.
Lehren aus früheren Programmen
Frühere Auflagen ähnlicher Programme in Praia verzögerten sich, weil die übergebenen Grundstücke nicht erschlossen waren; manche Familien besaßen dadurch zwar eine Parzelle, hatten aber keinen unmittelbaren Zugang zu Wasser oder Strom. Andere Programme blieben hinter den Erwartungen zurück, weil kaum gut gelegenes öffentliches Bauland tatsächlich verfügbar war. Die Behörden versichern, diese Erfahrungen in die Gestaltung des neuen Programms eingearbeitet zu haben. Nachbarschaftsverbände fordern jedoch konkrete Garantien, dass die angekündigten Fristen diesmal eingehalten werden.
Die Privatwirtschaft zwischen Zurückhaltung und Interesse
Bauträger in Praia verfolgen die Entwicklung des Programms aufmerksam, im Bewusstsein, dass ein nennenswertes öffentliches Angebot den Preisdruck in den gefragtesten Lagen dämpfen könnte. Manche begrüßen die Initiative als Ergänzung zum privaten Angebot, andere befürchten, sie könnte laufenden Projekten direkt Konkurrenz machen. Die tatsächliche Wirkung, darin sind sich die Analysten einig, wird vom Umfang der tatsächlich übergebenen Wohnungen und vom Tempo der Bauarbeiten abhängen. Vorerst wartet der Markt die ersten Ergebnisse vor Ort ab.



