Neubauten schrumpfen auf El Hierro wegen der Beschränkungen des Biosphärenreservats auf ein Minimum
Eine Insel, geschützt von einem Ende zum anderen
El Hierro wurde 2000 von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt, mit strengen Beschränkungen für das städtebauliche Wachstum.
Bauland als knappes Gut
Die wenigen als Bauland ausgewiesenen Flächen konzentrieren sich auf Valverde, Tigaday und Las Casas.
Bauträger, die sich der Sanierung zuwenden
Sanierungen machen bereits die Mehrheit der erteilten Baugenehmigungen aus.
Die Debatte zwischen Erhalt und Wohnbedarf
Der Cabildo verteidigt den touristischen Wert des Reservats, räumt jedoch die Spannung mit dem Wohnbedarf ein.
Wenige Alternativen in Sicht
Der Markt wird weiterhin vom Weiterverkauf und der Sanierung bestehender Wohnungen abhängen.
Ein Modell, das sich vom Rest der Kanaren unterscheidet
Während andere Inseln des Archipels Debatten über die Ausweitung von Bauland führen, um der touristischen und wohnungsbezogenen Nachfrage gerecht zu werden, hält El Hierro seit mehr als zwei Jahrzehnten ein in diesem Punkt praktisch eingefrorenes Modell aufrecht. Die Ausweisung als Biosphärenreservat im Jahr 2000 bedeutete einen Wendepunkt, der das Wachstum neuer Siedlungen außerhalb der bereits bestehenden Ortskerne dauerhaft begrenzte. Fachleute des Cabildo weisen darauf hin, dass dieses ursprünglich zum Landschaftsschutz gedachte Modell als Nebeneffekt ein praktisch nicht vorhandenes Neubauangebot mit sich gebracht hat.
Örtliche Bauträger, ein kleinmaßstäblicher Sektor
Anders als auf anderen Inseln sind auf El Hierro keine großen Bauträger tätig, sondern kleine örtliche Bauunternehmer, die höchstens einige Einfamilienhäuser pro Jahr errichten. Dieses schmale Unternehmensgefüge erklärt teilweise, warum der Neubau nie ein bedeutendes Gewicht in der Inselwirtschaft erlangt hat, selbst schon vor den Beschränkungen des Biosphärenreservats. Die wenigen abgewickelten Projekte sind meist für den familiären Eigenbau bestimmt statt für den Verkauf am offenen Markt.
Baulandpreise steigen aufgrund der Knappheit
Die geringe als Bauland ausgewiesene Fläche in Valverde, Tigaday und Las Casas hat den Quadratmeterpreis für baugeeignetes Gelände in die Höhe getrieben, weit über das, was auf einer bevölkerungsarmen Insel zu erwarten wäre. Eigentümer der wenigen verfügbaren Parzellen erhalten regelmäßig Kaufangebote, sind aber nicht immer verkaufsbereit. Diese Dynamik verstärkt die Attraktivität der Sanierung gegenüber dem Neubau von Grund auf, da Letzterer eine zunehmend teure Option wird.
Stimmen, die eine Überarbeitung der Planung fordern, ohne auf den Schutz zu verzichten
Einige Berufsverbände der Bauwirtschaft fordern eine punktuelle Überarbeitung der Stadtplanung, die die Freigabe kleiner Bodenreserven ermöglicht, ohne den Status als Biosphärenreservat zu gefährden. Sie schlagen Modelle vor, die denen in anderen Schutzgebieten ähneln, wo Erhalt mit streng kontrollierten Bebauungen geringer Dichte vereinbar gemacht wird. Der Cabildo seinerseits vertritt die Auffassung, dass jede diesbezügliche Änderung einen breiten Konsens und eine Umweltverträglichkeitsstudie erfordern würde, die bislang nicht in Angriff genommen wurde.



