Die kapverdische Diaspora in den USA, den Niederlanden und Portugal belebt den Wohnungskauf in Praia und Assomada
Wenn aus Überweisungen Mauerwerk wird
Eine Wohnung im mittleren Segment in Palmarejo oder Prainha kostet zwischen 25 und 40 Millionen CVE.
Assomada, Ziel der Diaspora, die ins Landesinnere zurückkehrt
Kapverdier aus Santa Catarina kaufen oder sanieren Familienhäuser in Assomada.
Ein Markt, der sich der Nachfrage aus dem Ausland anpasst
Lokale Verwalter wickeln Kauf oder Sanierung von Wohnungen aus der Ferne ab.
Auswirkungen auf die örtlichen Preise
Wer in starker Währung zahlt, treibt das Preisniveau im Umfeld nach oben.
Boston, Rotterdam und Lissabon: die drei wichtigsten Herkunftsorte
Die Immobilienmakler von Praia machen drei Schwerpunkte der auf dem Markt aktiven Diaspora aus: die kapverdische Gemeinde in Boston und im dortigen Großraum, jene in Rotterdam und weiteren niederländischen Städten sowie die in Lissabon und seinem Umland. Jede Gruppe unterhält eigene Bindungen zur Insel Santiago, doch alle verfolgen dasselbe Ziel: ein Haus für die Familie zu sichern oder langfristig zu investieren. Die Überweisungen fallen meist mit den Sommerferien zusammen, wenn die Käufer selbst anreisen, um Bauarbeiten zu überwachen oder Kaufverträge zu unterzeichnen. Fachleute der Branche schätzen, dass diese Gruppe im vergangenen Jahr bereits einen erheblichen Teil der in Palmarejo und Prainha abgeschlossenen Geschäfte ausmachte.
Die Rolle der Verwalter und Vertrauensmakler
Ein großer Teil der Käufe wird abgeschlossen, ohne dass die Eigentümer monatelang kapverdischen Boden betreten. Möglich machen das notarielle Vollmachten und Makler, die Fotos und Videos von jeder Bauphase schicken. Diese lokalen Verwalter sind zu einem Schlüsselglied der Kette geworden: Sie kümmern sich um Behördengänge, beauftragen Maurer und überwachen die Materialien. Ihr Ruf verbreitet sich unter den kapverdischen Vereinen im Ausland von Mund zu Mund, weshalb sich ein Großteil des Geschäfts auf wenige Büros in Praia konzentriert. Manche verlangen inzwischen zusätzliche Provisionen für die Fernbetreuung, die vor einigen Jahren noch kostenlos war.
Häuser, die jahrelang auf die endgültige Rückkehr warten
Nicht alle Bauten werden sofort bezogen. Häufig trifft man auf Häuser, die über mehrere Jahre hinweg mit aufeinanderfolgenden Überweisungen finanziert wurden und geschlossen oder halbfertig bleiben, während ihre Eigentümer weiter im Ausland arbeiten. Viele Familien betrachten sie als Zuhause für den Ruhestand, als ein Projekt, das nach und nach fertiggestellt wird, sobald die Ersparnisse eintreffen. Dieses Muster, das auch auf anderen Inseln mit starker Auswanderungstradition verbreitet ist, erklärt das Nebeneinander fertiger Grundstücke und solcher, auf denen die Arbeiten seit Langem ruhen.
Unruhe bei jenen, die ohne Auslandsgeld kaufen
Das Phänomen sorgt nicht nur für Zufriedenheit. Familien in Praia und Assomada ohne Einkünfte in starker Währung berichten, dass es ihnen zunehmend schwerfällt, in den gefragtesten Vierteln um eine Wohnung im mittleren Segment mitzubieten. Befragte Anwohner betonen, die Referenzpreise richteten sich längst nicht mehr nach den örtlichen Löhnen, sondern nach dem, was zahlen kann, wer in Dollar oder Euro verdient. Die Debatte hat auch die städtischen Fachleute erreicht, die prüfen, ob ein Teil des bezahlbaren Baulands für die ansässige Bevölkerung reserviert werden sollte.



