Für die jungen Menschen in Vila do Porto rückt die erste eigene Wohnung immer weiter in die Ferne
Ein kleiner und angespannter Markt
Der für den Kauf verfügbare Wohnungsbestand erneuert sich seit mehr als einem Jahrzehnt kaum.
Preise, die sich vom Durchschnittslohn entfernen
Der Durchschnittspreis ist in drei Jahren um mehr als 20 % gestiegen, weit stärker als die Löhne.
Auch die Miete ist keine einfache Alternative
Die meisten Immobilien werden in Kurzzeitunterkünfte für Touristen umgewandelt.
Die Projektentwickler fordern mehr Bauland
Gefordert wird die Freigabe kommunaler Grundstücke für Wohnraum für Dauerbewohner.
Geschichten junger Menschen, die den Auszug aufschieben
Mehrere junge Menschen aus Vila do Porto berichten, dass sie ihre Pläne für ein eigenständiges Leben mangels bezahlbaren Angebots verschieben mussten. Einige wohnen weiterhin bei ihren Eltern, während sie für das Eigenkapital sparen – in einem Umfeld, in dem sich die örtlichen Löhne in den vergangenen Jahren kaum verändert haben. Andere erwägen einen Umzug nach São Miguel, der größten Insel des Archipels, wo der Wohnungsbestand umfangreicher ist, auch wenn die Preise dort ebenfalls nicht niedrig sind. Die Abwanderung qualifizierter junger Menschen bereitet der Gemeindeverwaltung Sorge, die im Wohnraum ein zusätzliches Hindernis sieht, um die Bevölkerung zu halten.
Vergleich mit anderen Inseln der östlichen Gruppe
Santa Maria teilt mit São Miguel eine wachsende Nachfrage nach touristischen Unterkünften, doch sein Wohnungsbestand ist anteilig weit kleiner. Während die größere Insel dank eines breiter aufgestellten Marktes einen Teil des Drucks auffangen kann, wirkt sich auf Santa Maria jede Veränderung des touristischen Angebots unmittelbar auf die Preise für Wohnimmobilien aus. Dieser Größenunterschied erklärt, warum das Problem hier trotz des geringeren absoluten Transaktionsvolumens deutlicher wahrgenommen wird.
Die Rolle der Regionalverwaltung
Die Regionalregierung der Azoren unterhält Förderprogramme für den Erwerb der ersten Wohnung, doch die Verantwortlichen vor Ort in Vila do Porto halten deren Reichweite auf einer kleinen Insel wie Santa Maria für unzureichend. Gefordert wird ein eigenes Programm, das die Besonderheiten des lokalen Marktes berücksichtigt und sich von dem für bevölkerungsreichere Inseln unterscheidet. Bislang konnten die bestehenden Hilfen weder den Preisanstieg bremsen noch das Angebot an neuen Wohnungen nennenswert vergrößern.
Eine ungewisse Zukunft für bezahlbaren Wohnraum
Die örtlichen Projektentwickler betonen, dass sich die Lage ohne neues Bauland Jahr für Jahr weiter verschärfen wird. Die Gemeindeverwaltung prüft mehrere Grundstücke in öffentlicher Hand als mögliche Lösung, doch jede endgültige Entscheidung wird Zeit in Anspruch nehmen. Bis dahin sehen sich die jungen Menschen in Vila do Porto weiterhin einem Markt gegenüber, der sich immer weiter von ihren tatsächlichen Möglichkeiten entfernt.



