Die Immobilienpreise in Ponta Delgada erreichen historische Höchststände und beginnen, junge Familien aus dem Zentrum zu verdrängen
Der Wohnimmobilienmarkt von Ponta Delgada ist in eine Phase eingetreten, an die sich die Insel selbst nicht erinnern kann. Als Verwaltungs- und Wirtschaftshauptstadt der Azoren und mit Abstand bevölkerungsreichste der neun Inseln vereint São Miguel einen Großteil der Investitionen, des Tourismus und des Zuzugs neuer Bewohner des Archipels, und dieser Druck hat sich vollständig auf den Immobilienpreis übertragen, wie lokale Branchenquellen übereinstimmend berichten.
Zahlen, die die Insel noch nicht gesehen hat
Die Immobilienportale beziffern den Durchschnittspreis für Bestandswohnungen in Ponta Delgada bereits auf über 2.300 Euro pro Quadratmeter, mit Jahreszuwächsen von rund 12 % in den gefragtesten Vierteln der Altstadt und des Hafenviertels. Vor gerade einmal fünf Jahren bewegte sich dieser Wert noch deutlich niedriger, was laut Branchenquellen die Geschwindigkeit des Wandels verdeutlicht.
Wer in der azorischen Hauptstadt kauft und wer außen vor bleibt
Zu den Käufern zählen Investoren, die Wohnungen der Ferienvermietung widmen, Fernarbeiter aus Kontinentaleuropa und Nordamerika, die von der Lebensqualität angezogen werden, sowie ausgewanderte Azoren, die mit im Ausland angesparten Ersparnissen zurückkehren. Dem gegenüber stehen die einheimischen jungen Menschen, deren Durchschnittslöhne laut Angaben des Instituto Nacional de Estatística weiterhin unter dem portugiesischen Landesdurchschnitt liegen und für die der Erwerb einer ersten Wohnung in der Gemeinde zunehmend schwieriger wird.
Knappe Flächen und Topografie als strukturelle Grenze
Anders als andere Hauptstädte kann Ponta Delgada nicht unbegrenzt wachsen: Das Meer auf der einen und die Berghöhen auf der anderen Seite lassen nur sehr wenig Spielraum für städtebauliche Expansion, und die Verfahren zur Ausweisung neuen Baulands kommen laut Gemeindequellen nur langsam voran. Das macht jedes neue Bauprojekt zu einem Ereignis, das fast ausverkauft ist, noch bevor es auf den Markt kommt.
Was die Regionalverwaltung vorschlägt
Die Regionalregierung der Azoren und die Cámara Municipal de Ponta Delgada prüfen, die Vergabe neuer Ferienvermietungslizenzen in der Altstadt zu begrenzen und die Sanierungsprogramme für leerstehenden Wohnraum zu verstärken, in Anlehnung an die Förderlinien des Instituto da Habitação e da Reabilitação Urbana. Vorerst, so räumen der Regionalexekutive nahestehende Quellen ein, hinkt das Tempo der Maßnahmen dem Tempo des Marktes hinterher.



