Immobilienpreise im Ballungsraum Santa Cruz–La Laguna erreichen 2026 historische Höchststände
Der Wohnimmobilienmarkt im Ballungsraum Teneriffas ist 2026 in unbekanntes Terrain vorgestoßen. Die Verkaufspreise in Santa Cruz de Tenerife und San Cristóbal de La Laguna steigen bereits seit mehreren Quartalen in Folge und erreichen laut den führenden Immobilienportalen historische Höchststände – vor dem Hintergrund eines knappen Angebots und anhaltender Nachfrage.
Nie dagewesene Zahlen im Ballungsraum
Die Immobilienportale beziffern den Durchschnittspreis für Bestandswohnungen in Santa Cruz auf rund 2.350 Euro pro Quadratmeter, bei einem Anstieg im Jahresvergleich von knapp 9 %. In La Laguna liegt der Wert noch höher: Die Altstadt und die an die Straßenbahnlinie angebundenen Viertel nähern sich bereits 2.550 Euro pro Quadratmeter. Auch traditionell erschwingliche Stadtteile der Hauptstadt wie La Salud oder Ofra verzeichnen zweistellige Zuwächse – ein Zeichen dafür, dass sich der Druck auf den gesamten Wohnungsbestand des Ballungsraums ausgeweitet hat.
Die Lohnbelastung schießt in die Höhe
Das Problem ist nicht nur der Preis, sondern die wachsende Kluft zwischen Wohnkosten und Gehältern. Da das Durchschnittseinkommen auf den Kanaren laut Daten des Istac weiterhin zu den niedrigsten Spaniens zählt, entspricht der Kauf einer typischen 80-Quadratmeter-Wohnung im Ballungsraum bereits mehr als siebeneinhalb Jahresbruttogehältern. Branchenquellen zufolge muss ein Durchschnittshaushalt bereits über 40 % seines Einkommens für die Hypothekenrate aufwenden – deutlich mehr als das Drittel, das finanziell als vertretbar gilt.
Die Mieten sind noch angespannter
Wer nicht kaufen kann, findet auch bei der Miete keine Entlastung. Die Durchschnittsmiete im Ballungsraum liegt bei über 12,5 Euro pro Quadratmeter im Monat, sodass eine 80-Quadratmeter-Wohnung rund 1.000 Euro monatlich kostet. Anzeigen erhalten in den ersten Stunden Dutzende Anfragen, und die Makler räumen ein, dass die meisten Wohnungen vergeben werden, bevor sie überhaupt veröffentlicht werden. Der Angebotsmangel drängt viele junge Haushalte in Gemeinden im Norden und Süden der Insel, was die täglichen Pendelstrecken entsprechend verlängert.
Keine Anzeichen einer kurzfristigen Entspannung
Die Ursachen für den Rekord sind struktureller Natur: Der Neubau verharrt auf einem Tiefstand, die Bevölkerung des Ballungsraums wächst, und ein Teil des Bestands wird zweckentfremdet genutzt. Rathäuser und die Regierung der Kanaren prüfen Formeln zur Ausweitung des erschwinglichen Angebots, darunter die mögliche Ausweisung als angespannte Wohnungsmarktzone, doch Branchenquellen sind sich einig, dass die Preise ohne einen deutlichen Anstieg der Bautätigkeit in den kommenden Jahren unter Druck bleiben werden.



