Der Immobilienmarkt von Rabil und Fundo das Figueiras bleibt angesichts des Küstenbooms nahezu eingefroren
Ein Inselinneres abseits des Tourismus
Im ländlichen Inselinneren werden pro Jahr kaum ein Dutzend Kaufverträge beurkundet.
Preise, die sich nicht bewegen
Ein traditionelles Wohnhaus wird auf rund 1.500.000 CVE geschätzt, Werte, die im Vergleich zur Küste eingefroren sind.
Abwanderung und Entvölkerung
Die jungen Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit im Tourismus nach Sal Rei oder Rabil.
Eine verpasste Chance
Die Investitionen in Immobilien konzentrieren sich weiterhin auf den Küstenstreifen.
Zwei Geschwindigkeiten auf derselben Insel
Während der Küstenstreifen von Boa Vista, allen voran Sal Rei, dank des internationalen Tourismus eine rasante Wandlung erlebt hat, bewahren die ländlichen Ortschaften im Inselinneren einen Lebensrhythmus, der sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Dieser Unterschied zeigt sich auch bei der Infrastruktur: Während die Küste beständig Investitionen in Straßen und Dienstleistungen erhält, kommt das Inselinnere weit langsamer voran. Kommunale Fachleute räumen ein, dass sich die Kluft zwischen beiden Entwicklungsmodellen in den vergangenen Jahren vergrößert hat. Für die Bewohner des Inselinneren wird dieses Nebeneinander zweier Wirklichkeiten im Alltag immer sichtbarer.
Ein Markt fast ohne Bewegung
Die wenigen Verkäufe, die in Rabil und Fundo das Figueiras registriert werden, betreffen meist Übertragungen innerhalb der Familie oder Erbfälle und weniger Geschäfte auf dem freien Markt. Die Immobilienmakler der Insel wenden dieser Gegend kaum Ressourcen zu, da sie das Geschäftsvolumen für zu gering halten, um den Vertriebsaufwand zu rechtfertigen. Das Fehlen aktiver Vermittler trägt seinerseits dazu bei, dass die Preise praktisch eingefroren bleiben. Manche Eigentümer entscheiden sich schlicht dafür, nicht zu verkaufen und ihre Häuser in Erwartung besserer Zeiten verschlossen zu lassen.
Der Exodus in die Tourismusjobs
Jahr für Jahr zieht eine beträchtliche Zahl junger Menschen aus diesen ländlichen Ortschaften nach Sal Rei oder Rabil, um dort Arbeit in Hotels, Gastronomie oder touristischen Dienstleistungen zu finden, wo die Löhne attraktiver sind als in der traditionellen Landwirtschaft oder Viehzucht der Region. Diese Bewegung beschleunigt die Überalterung der im Inselinneren verbleibenden Bevölkerung. Manche Familien behalten einen zweiten Wohnsitz und bewahren das Elternhaus, während sie an der Küste arbeiten. Lokale Behörden warnen davor, dass sich die Entvölkerung des Inselinneren ohne gezielte Maßnahmen im kommenden Jahrzehnt weiter verschärfen könnte.
Stimmen, die eine breitere Streuung der Investitionen fordern
Anwohnerinitiativen aus dem Inselinneren fordern, dass ein Teil der öffentlichen und privaten Investitionen, die sich heute an der Küste ballen, auch der Verbesserung von Infrastruktur und Perspektiven im Landesinneren zugutekommt. Sie halten einen sanften Land- oder Naturtourismus für geeignet, die Region zu beleben, ohne das intensive Modell des Küstenstreifens zu wiederholen. Einige Kleinunternehmer erproben in Fundo das Figueiras bereits Ansätze im ländlichen Tourismus, wenn auch bislang in sehr frühem Stadium. Für sie stellt das Innere von Boa Vista eine Entwicklungschance dar, die vorerst so gut wie unerschlossen bleibt.



