Die Governo Regional dos Açores weitet die Mietbeihilfen angesichts des fehlenden Wohnungsangebots auf São Jorge aus
Eine konkrete behördliche Antwort
Eine Förderlinie zur Unterstützung der Mietzahlungen wird auf Velas und Calheta ausgeweitet.
Was sich vor Ort ändert
Monatlicher Mietzuschuss und Reservierung von Wohnungen aus öffentlicher Förderung.
Das Vorbild anderer Inseln
Andere Inseln des Archipels haben bereits ähnliche Mechanismen eingeführt.
Reaktionen von der Insel
Immobilienmakler bezweifeln, dass die Maßnahme die Entwicklung der Verkaufspreise beeinflusst.
Der regionale Kontext des Wohnungsmarktes
Die Açores kämpfen seit mehreren Jahren mit einem anhaltenden Anstieg der Wohnungspreise, der zum Teil von der touristischen Nachfrage und von der Knappheit an Bauland auf mehreren Inseln des Archipels angetrieben wird. São Jorge, traditionell weniger betroffen als São Miguel oder Terceira, beginnt in seinen beiden wichtigsten Ortskernen ähnliche Spannungen zu spüren. Die Governo Regional hält vorbeugendes Handeln für wirksamer, als abzuwarten, bis sich die Lage verschärft. Die Ausweitung dieser Beihilfen folgt offiziellen Angaben zufolge genau dieser Logik der Vorsorge.
Wie die Beihilfen beantragt werden
Interessierte Einwohner müssen Einkünfte unterhalb bestimmter Schwellenwerte nachweisen und den Antrag über die Stellen der Secretaria Regional da Habitação einreichen. Der Zuschuss berechnet sich aus der Differenz zwischen der Marktmiete und einem Prozentsatz des Familieneinkommens. Die reservierten Wohnungen aus öffentlicher Förderung werden über ein Punktesystem vergeben, das junge Familien und bereits auf der Insel ansässige Personen bevorzugt. Das Verwaltungsverfahren soll nach Angaben der Regierung noch vor Jahresende einsatzbereit sein.
Andere Inseln als Referenz
Terceira und São Miguel führten vergleichbare Mechanismen zur Mietunterstützung bereits vor einigen Jahren ein, mit Ergebnissen, die die Regionalbehörden selbst als mäßig positiv bewerten. Auf diesen Inseln trug die Maßnahme dazu bei, die Abwanderung junger Menschen auf das portugiesische Festland zu dämpfen, konnte den Anstieg der Verkaufspreise jedoch nicht vollständig aufhalten. Die Governo Regional erwartet, dass die Wirkung auf São Jorge mit seinem kleineren Markt anteilig größer ausfallen könnte. Kommunalvertreter aus Velas und Calheta haben zudem gefordert, das Angebot an Bauland für den Neubau zu erweitern.
Skepsis in der Immobilienbranche
Mehrere Immobilienmakler der Insel betonen, dass Mietbeihilfen die Hauptursache des Preisanstiegs nicht angehen, den sie vor allem auf das knappe Angebot und das wachsende Interesse auswärtiger Käufer zurückführen. Ohne mehr Neubau oder Sanierung von Wohnraum, so ihre Einschätzung, werde die Wirkung der Maßnahme zeitlich begrenzt bleiben. Dennoch räumen sie ein, dass sie die Lage einzelner Familien kurzfristig entlasten kann. Die Governo Regional verteidigt sie als ergänzenden Baustein innerhalb einer umfassenderen Strategie, die sich noch in Ausarbeitung befindet.



