Das Erdbebenrisiko bremst weiterhin den Neubau in mehreren Fajãs im Norden von São Jorge
Eine Erinnerung, die nicht verblasst
Das Erdbeben von 1980 prägt bis heute die Bauleitplanung der Insel.
Risikokartierung und abgelehnte Genehmigungen
Mehrere Abschnitte der Fajãs gelten als nicht geeignet für Neubauten.
Die Immobilienbranche zwischen Zurückhaltung und Nachfrage
Trotz Beschränkungen und Schwierigkeiten beim Versicherungsschutz gehen weiterhin Anfragen von Käufern ein.
Ein erzwungenes Leben mit dem Risiko
Eine Aktualisierung der Risikokartierung der Insel wird geprüft.
Das Erdbeben von 1980 und seine unmittelbaren Folgen
Das Beben vom 1. Januar 1980 richtete schwere Schäden auf Terceira und in den Fajãs von São Jorge an, zerstörte zahlreiche Wohnhäuser oder machte sie unbewohnbar und erzwang Umsiedlungen, die sich in manchen Fällen über Jahre hinzogen. Jene Erfahrung markierte eine Zäsur in der Art und Weise, wie die Regionalbehörden die Erteilung von Baugenehmigungen in geologisch gefährdeten Küstengebieten handhaben.
Die Schwierigkeiten, ein Haus in einer Fajã zu versichern
Mehrere Versicherungsgesellschaften verlangen höhere Prämien oder lehnen es ganz ab, Wohnhäuser in als Risikozonen eingestuften Fajãs zu versichern, was sowohl den Kauf als auch die Aufnahme einer Hypothekenfinanzierung an diesen Standorten erschwert. Kaufinteressenten müssen häufig auf spezielle, deutlich teurere Policen zurückgreifen, sofern sie überhaupt welche finden. Zahlreiche Immobilienmakler der Insel nennen diesen Umstand als eine der wichtigsten Bremsen für den Immobilienhandel in diesen Gebieten.
Vergleich mit anderen Risikogebieten des Archipels
Ähnliche Beschränkungen bestehen auf anderen azorianischen Inseln, die seismischen oder vulkanischen Gefahren ausgesetzt sind. Die befragten Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die besondere Topografie der Fajãs, jener schmalen Landstreifen zwischen Meer und Steilküste, das Risiko gegenüber Phänomenen wie Felsstürzen und Küstenüberflutungen zusätzlich verschärft, weit über die reine Erdbebengefahr hinaus.
Die Aktualisierung der Kartierung, ein langsamer Prozess
Die Überarbeitung der Risikokarten, die festlegen, welche Abschnitte der Fajãs für Neubauten geeignet sind, kommt nur langsam voran, unter anderem weil für jeden Küstenabschnitt detaillierte geotechnische Gutachten erforderlich sind. Unterdessen fordern Eigentümer bereits als ungeeignet eingestufter Grundstücke Entschädigungen oder Ausgleichszahlungen, eine Frage, die die Regionalbehörden bislang nicht abschließend geklärt haben.



