Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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Boa Vista

Dünen und Meeresschildkröten bremsen den Bau an der Südwestküste von Boa Vista

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Dünen und Meeresschildkröten bremsen den Bau an der Südwestküste von Boa Vista
Foto: Fulvio Barudoni / Wikimedia Commons (CC BY 3.0)

Eine gesetzlich geschützte Küste

Curral Velho und die Wüste von Viana sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Grundstücke außerhalb des Schutzgebiets werden teurer

Der Bodenpreis an der Grenze der Schutzzonen stieg von 6.000 auf 14.000 CVE/m².

Bauträger gegen Umweltvorschriften

Mehreren Bauträgern wurden Genehmigungen verweigert, weil sie die Abstände zu den Nistplätzen nicht einhielten.

Ein schwieriges Gleichgewicht

Die Branche fordert angesichts der wachsenden Nachfrage eine Überprüfung der Schutzgebietsgrenzen.

Umweltbehörden verteidigen die geltenden Grenzen

Die Verantwortlichen des Naturparks von Boa Vista betonen, dass die Ausweisung von Curral Velho und der Wüste von Viana als Naturschutzgebiet unverzichtbar sei, um eine der größten Nistkonzentrationen der Unechten Karettschildkröte im Atlantik zu schützen. Umweltfachleute erklären, dass jede Ausweitung der Bauzone ein Ökosystem gefährden würde, das zudem einen erheblichen Teil des Naturtourismus der Insel anzieht. Örtliche Naturschutzorganisationen sprechen sich gemeinsam mit internationalen Freiwilligen, die während der Legesaison bei der Überwachung der Strände mithelfen, dafür aus, die derzeitigen Grenzen unverändert zu lassen. Für diese Organisationen darf der Druck des Immobilienmarktes einen Schutz nicht infrage stellen, den sie für unverzichtbar halten.

Die Bauträger fordern punktuelle Flexibilität

Immobilienentwickler, die in der Nähe der Schutzgebietsgrenzen tätig sind, erkennen den ökologischen Wert der Region an, verlangen jedoch detailliertere Studien, um Bereiche mit geringerer Empfindlichkeit zu identifizieren, in denen eine begrenzte Bebauung doch genehmigt werden könnte. Einige verweisen auf Erfahrungen auf anderen Inseln des Archipels, wo touristische Aktivitäten und Umweltschutz durch Mindestabstände zu den Niststränden miteinander vereinbart werden. Die Inselverwaltung entgegnet, dass jede Überprüfung der Grenzen zunächst neue, unabhängige wissenschaftliche Studien erfordern würde, bevor sie überhaupt in Betracht gezogen werden könne. Die Debatte bleibt vorerst offen, ohne dass ein Termin für eine mögliche Gesetzesnovelle absehbar wäre.

Die Verteuerung der angrenzenden Grundstücke

Die Knappheit an Bauland außerhalb des Schutzgebiets hat die Preise für die Parzellen unmittelbar an dessen Grenzen in die Höhe getrieben: Der Anstieg von 6.000 auf 14.000 CVE pro Quadratmeter spiegelt den Druck einer Nachfrage wider, die auf der Insel keine Alternativen findet. Immobilienmakler weisen darauf hin, dass sich dieser Trend in den vergangenen zwei Jahren verstärkt hat, zeitgleich mit neuen Tourismusprojekten an der Ostküste von Boa Vista. Grundstückseigentümer in diesem Streifen berichten von Angeboten, die deutlich über dem liegen, was noch vor wenigen Jahren üblich war. Das Phänomen beunruhigt die Kommunalbehörden, die eine kaum noch umkehrbare Preisspirale befürchten.

Abgelehnte Genehmigungen und laufende Rechtsstreitigkeiten

Mehrere Bauträger sind gerichtlich gegen die Ablehnung von Baugenehmigungen wegen Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Mindestabstände zu den Nistzonen vorgegangen; einige dieser Verfahren dauern bereits mehr als zwei Jahre ohne endgültige Entscheidung an. Die Umweltverwaltung verteidigt ihre Entscheidungen mit dem Hinweis, sie stützten sich auf unabhängige Fachgutachten und ließen keine Ermessensausnahmen zu. Auf Baurecht spezialisierte Anwälte stellen fest, dass sich derartige Rechtsstreitigkeiten auf Boa Vista parallel zum wachsenden Investoreninteresse an der Insel vervielfacht haben. Der Ausgang dieser Verfahren könnte einen Präzedenzfall für künftige Projekte im Umfeld anderer Schutzgebiete des Archipels schaffen.