Die Câmara Municipal von Ribeira Grande startet ein Programm für kommunales Bauland im sozialen Wohnungsbau
Kommunales Bauland gegen die Knappheit
Vergeben werden vor allem Grundstücke in der Umgebung von Ponta do Sol.
Voraussetzungen und Bedingungen der Vergabe
Die Erschließung eines Grundstücks kostet rund 900.000 CVE und wird gemeinsam mit den begünstigten Familien finanziert.
Eine Antwort auf den Druck des Wandertourismus
Das Programm soll die Auswirkungen der mit dem Wandern verbundenen Ferienvermietung ausgleichen.
Erste Zuteilungen und offene Fragen
Offen bleibt, wie die Bankfinanzierung des Eigenbaus gesichert werden soll.
Erste Familien im kommunalen Register eingetragen
Die Câmara Municipal hat ein vorläufiges Register für Interessenten eröffnet, in dem bereits in den ersten Wochen mehr als hundert Anträge eingegangen sind, die meisten davon aus den Ortschaften Ponta do Sol, Paul und Ribeira Grande. Die kommunalen Fachleute erläutern, dass Familien mit minderjährigen Kindern sowie Landarbeiter ohne Wohneigentum bevorzugt berücksichtigt werden. Mehrere befragte Anwohner geben an, seit Jahren auf eine solche Gelegenheit gewartet zu haben, fordern jedoch ein transparentes Auswahlverfahren. Die Gemeinde hat zugesagt, die endgültigen Kriterien noch vor Jahresende zu veröffentlichen.
Vergleich mit Erfahrungen in anderen Gemeinden von Santo Antão
Ähnliche Programme zur Vergabe von Bauland wurden zuvor bereits in Paul und Porto Novo erprobt, mit uneinheitlichen Ergebnissen, wie kommunale Quellen einräumen. In Paul ist ein Großteil der vor einem Jahrzehnt vergebenen Grundstücke bis heute unbebaut, weil den begünstigten Familien die Finanzierung fehlt. Die Gemeindeverwaltung von Ribeira Grande versichert, diese Schwierigkeiten zur Kenntnis genommen zu haben, und will die Vergabe diesmal an einen verbindlichen Zeitplan für die Bauarbeiten koppeln. Fachleute der örtlichen Immobilienbranche halten die finanzielle Begleitung für entscheidend, damit das Programm nicht in dieselben Fallstricke gerät.
Die lokalen Banken vor der Herausforderung von Kleinkrediten
Die Kreditinstitute mit Filiale in Ribeira Grande räumen ein, dass die Vergabe von Darlehen für den Eigenbau auf zugeteilten Grundstücken Schwierigkeiten bereitet, da der Boden in den ersten Jahren nicht vollständig als Sicherheit dienen kann. Kreditgenossenschaften der Insel prüfen eigene Kreditlinien mit kommunalen Bürgschaften, um diese Geschäfte zu ermöglichen. Vertreter der Branche versichern, dass ohne eine solche Absicherung ein erheblicher Teil der begünstigten Familien das Haus nicht in der vorgesehenen Frist errichten kann. Die Gemeinde verhandelt derzeit mit mindestens zwei Finanzinstituten, um vor der ersten Grundstücksvergabe eine Vereinbarung zu erzielen.
Geplanter Zeitplan und nächste Schritte
Die Gemeindeverwaltung will die ersten Zuteilungen noch vor Ablauf des ersten Quartals des kommenden Jahres formalisieren, sobald die Einwände gegen die Bewertungskriterien geklärt sind. Angekündigt wurde zudem eine zweite Programmphase auf Flächen in der Nähe von Ribeira Grande, vorbehaltlich der verfügbaren Haushaltsmittel der Gemeinde. Anwohnervereinigungen fordern, kostenlose technische Beratung für all jene einzubeziehen, die zum ersten Mal bauen. Die Gemeinde betont, das Ziel sei es, junge Menschen auf der Insel zu halten und den Druck der Ferienvermietung auf den bestehenden Wohnungsbestand zu bremsen.



