In Calheta und Morro bestimmt die Viehwirtschaft die Bodennutzung weiterhin stärker als jedes Wohnbauprojekt
Ein landwirtschaftlich geprägtes Inneres, kein Wohngebiet
Calheta und Morro leben nach wie vor von der extensiven Ziegen- und Rinderhaltung.
Niedrige Preise, aber kaum Erschließung
Der Bodenpreis bewegt sich zwischen 300 und 500 CVE/m² und liegt damit weit unter dem Niveau der Hauptstadt.
Verstreute Häuser und Weiden nebeneinander
Die Wohnhäuser verteilen sich vereinzelt zwischen den Weideflächen.
Kein Druck, das Modell zu ändern
Es besteht kein Druck, Weideflächen in Bauland umzuwandeln.
Eine über Generationen gewachsene Weidetradition
Die Ziegen- und Rinderzucht in Calheta und Morro reicht mehrere Generationen zurück: Familien haben sowohl die Tiere als auch das gewohnheitsmäßige Nutzungsrecht an den Gemeinschaftsweiden geerbt. Diese Tradition prägt das Verständnis von Grundeigentum, bei dem der Wert des Bodens eher an seiner Tragfähigkeit für das Vieh als an seinem baulichen Potenzial gemessen wird. Die Viehhalter selbst räumen ein, dass sie ihre Tätigkeit auch bei Kaufangeboten kaum aufgeben würden.
Der Vergleich mit der Touristenküste von Sal
Während auf Sal der Quadratmeter Bauland in Flughafennähe die Marke von 4.000 CVE deutlich überschreiten kann, bleiben die Preise im viehwirtschaftlich geprägten Inneren von Maio zwischen 300 und 500 CVE pro Quadratmeter – ein Unterschied, der den fehlenden Immobiliendruck auf diese Flächen verdeutlicht. Von den Bewohnern selbst wird dieser Abstand nicht als Nachteil empfunden, sondern als Garantie dafür, dass die ländliche Lebensweise ohne Umbrüche fortbestehen kann.
Grundversorgung statt Wohnbauprojekte
Die Kommunalbehörden setzen in diesen Ortschaften eher auf die Instandsetzung der Feldwege und den Zugang zu Brunnen und Tränken als auf irgendeinen Erschließungsplan. Die Anwohner fordern vor allem gepflegte Pisten und eine stabile Stromversorgung, nicht neue Parzellierungen. Diese Ausrichtung der öffentlichen Investitionen stärkt den landwirtschaftlichen Charakter des Gebiets und rückt jedes größere Wohnbauvorhaben zumindest kurzfristig in weite Ferne.
Ein Modell, das Bestand haben könnte
Befragte Fachleute sind sich einig: Solange die Viehwirtschaft rentabel bleibt und im Inselinneren keine nennenswerte touristische Nachfrage entsteht, werden Calheta und Morro ihr heutiges Erscheinungsbild aus verstreuten Häusern zwischen Weiden bewahren. Das Fehlen einer verlässlichen Wasser- und Stromversorgung, das auch in anderen Ortschaften von Maio beklagt wird, macht diese Gegenden zudem für jeden Entwickler außerhalb der Landwirtschaft wenig attraktiv.



