Agulo treibt die Sanierung seiner traditionellen Häuser voran, um den Verfall der Altstadt zu stoppen
Eine Altstadt mit mehr leeren als bewohnten Häusern
Ein bedeutender Anteil der Häuser in der Altstadt steht leer oder ist verfallen.
Sanierungshilfen mit Wohnzweck
Die Gemeindeverwaltung fördert Hilfen, um zu verhindern, dass Sanierungen in touristischen Unterkünften enden.
Der Denkmalwert als zusätzliches Argument
Die landschaftliche Anziehungskraft Agulos macht jedes sanierte Haus zu einem Wertzuwachs.
Technische Schwierigkeiten und Zugänglichkeit
Die Geländebeschaffenheit der Gemeinde verteuert Sanierungsarbeiten im Vergleich zu anderen Gebieten.
Ein Dorf mit privilegiertem Blick auf den Teide
Agulo liegt auf einem Vorgebirge mit direktem Blick auf den Teide auf der anderen Seite des Meeres – ein landschaftliches Merkmal, das die Bewohner als Schlüssel für das jüngste Interesse an ihren traditionellen Häusern betrachten. Diese Lage, verbunden mit einer kompakten Bebauung aus engen Gassen und Steinhäusern, hat die Gemeinde zu einem Referenzort innerhalb La Gomeras für jene gemacht, die einen Zweitwohnsitz mit Charakter suchen. Die Gemeindeverwaltung selbst bewirbt diese Aussicht als Teil ihrer Strategie, neue Bewohner in die Altstadt zu locken. Mehrere Eigentümer, die ihr Haus saniert haben, nennen die Landschaft als Hauptgrund für ihre Entscheidung.
Anwohner uneins über die Ausrichtung der Hilfen
Nicht alle Bewohner Agulos unterstützen gleichermaßen die Ausrichtung der kommunalen Hilfen auf die Wohnnutzung. Einige Eigentümer leerstehender Häuser würden ihre Immobilie lieber für die Ferienvermietung nutzen, die schneller Rendite abwirft als eine langfristige Vermietung zu gedeckeltem Preis. Die Gemeindeverwaltung verteidigt ihre Haltung mit dem Argument, dass das vorrangige Ziel darin bestehe, Bevölkerung zu halten und zu verhindern, dass das Dorf den Großteil des Jahres über aus leeren Häusern besteht. Diese Debatte wiederholt sich in anderen kleinen Gemeinden der Kanaren mit geschützter Altstadt.
Die Mehrkosten des Bauens am Hang
Das steile Gelände Agulos mit seinen abschüssigen Straßen und engen Zufahrten zwingt häufig dazu, Baumaterial per Hand oder mit kleinem Gerät hinaufzutransportieren, was die Bauarbeiten im Vergleich zu flacheren Gebieten der Insel verteuert. Mehrere örtliche Bauunternehmer schätzen, dass eine Sanierung in der Altstadt zwischen 15 % und 20 % mehr kosten kann als ein vergleichbares Vorhaben im Gebiet von San Sebastián de La Gomera. Diese Mehrkosten schrecken manche Eigentümer trotz der verfügbaren Hilfen von der Sanierung ab. Die Gemeindeverwaltung prüft zusätzliche finanzielle Zuschüsse, um diese Mehrbelastung auszugleichen.
Ein Modell mit Blick auf andere Dörfer der Insel
Agulo ist nicht die einzige Gemeinde La Gomeras, die sich der Herausforderung leerstehender Häuser in ihrer Altstadt stellt, und ihre Erfahrung wird von anderen Gemeindeverwaltungen der Insel wie Vallehermoso oder Hermigua aufmerksam verfolgt. Fachleute für Denkmalschutz betonen, dass der Erfolg dieser Hilfen davon abhängen wird, über mehrere Jahre hinweg ein beständiges Sanierungstempo zu halten, statt auf Einzelmaßnahmen zu setzen. Eine Abstimmung zwischen den verschiedenen Gemeinden könnte es ermöglichen, technische Ressourcen zu teilen und Verwaltungskosten zu senken. Derzeit verwaltet jede Gemeinde ihr eigenes Programm unabhängig.



