Der Wein von Fogo lässt den Wert der Weingüter von Chã das Caldeiras in die Höhe schnellen
Wein, geboren aus der Lava
Generationen von Landwirten bauen Reben direkt auf vulkanischem Boden an, fast ohne Bewässerung.
Weingüter, die um ein Vielfaches mehr wert sind als das benachbarte Land
Eine produktive Weinbauparzelle erreicht 2.500.000 CVE pro Hektar.
Boutique-Weingüter als Immobilien-Lockmittel
Kleine Familienweingüter verbinden den Weinverkauf mit Führungen und Verkostungen.
Der Schatten des Vulkans über der landwirtschaftlichen Investition
Das Risiko eines erneuten Ausbruchs hat das Interesse an den Weingütern nicht gebremst.
Eine jahrhundertealte Weinbautradition
Der Weinanbau in Chã das Caldeiras geht auf portugiesische Siedler zurück, die vor mehr als einem Jahrhundert an den vulkanischen Boden angepasste europäische Sorten einführten. Die nahezu vollständige Abwesenheit von Schädlingen wie der Reblaus hat zusammen mit der Höhenlage und der Bodenbeschaffenheit ermöglicht, jahrhundertealte Rebstöcke ohne Unterlagsreben zu erhalten. Diese agronomische Besonderheit ist eines der Argumente, die Käufer am häufigsten anführen, um den Aufpreis der Weingüter zu rechtfertigen. Der daraus entstehende Wein mit seinem ausgeprägt mineralischen Profil ist zu einem Erkennungsmerkmal der Insel Fogo geworden.
Käufer von außerhalb der Insel
Ein Teil des jüngeren Interesses an den Weinbaugütern stammt von Investoren aus Santiago sowie aus der in Europa ansässigen kapverdischen Diaspora, die sowohl landwirtschaftliche Rendite als auch eine symbolische Bindung an die Heimaterde suchen. Diese Käufer behalten die früheren Eigentümer meist als Pächter oder Betriebsleiter bei. Die jedes Jahr geringe Zahl verfügbarer Parzellen begrenzt das Handelsvolumen, was den Aufwärtstrend der Preise verstärkt. Örtliche Makler schätzen, dass ein Großteil der auf den Markt kommenden Güter mittlerweile nicht mehr aus Erbschaften, sondern aus Direktverkäufen zwischen Landwirten stammt.
Die Rolle der Weinbaugenossenschaften
Der Zusammenschluss kleiner Erzeuger in Genossenschaften hat den Zugang zu Exportmärkten erleichtert und dazu beigetragen, den Verkaufspreis von Trauben und Flaschenwein zu stabilisieren. Diese Strukturen bieten den neuen Gutsbesitzern, von denen viele über keine vorherige landwirtschaftliche Erfahrung verfügen, auch technische Beratung. Für die traditionellen Landwirte stellt die Genossenschaft zudem einen Verhandlungsweg gegenüber finanzkräftigeren externen Käufern dar. Das genossenschaftliche System erweist sich als ausgleichendes Element in einem zunehmend angespannten Bodenmarkt.
Weintourismus als Ergänzung
Geführte Besichtigungen von Familienweingütern und die zusammen mit den Genossenschaften organisierten Weinproben sind zu einer zusätzlichen Einkommensquelle für die Besitzer produktiver Weingüter geworden. Dieser noch junge Weintourismus zieht vor allem europäische Besucher an, die die Weinroute mit dem Aufstieg zum Pico do Fogo verbinden. Die Winzer selbst räumen ein, dass diese ergänzende Aktivität den kommerziellen Wert ihrer Parzellen über die reine Weinproduktion hinaus gestärkt hat. Das touristische Interesse verleiht den am besten gelegenen Gütern damit eine zusätzliche Wertsteigerungsebene.



