Wasser, Strom und Boot: die Infrastruktur, die begrenzt, wie viel neuer Wohnraum La Graciosa tragen kann
Über die städtebaulichen Beschränkungen hinaus steht La Graciosa vor einer noch praktischeren Grenze, wenn es um zusätzlichen Wohnraum geht: seine Grundinfrastruktur. Das Trinkwasser in Caleta de Sebo hängt von einer örtlichen Entsalzungsanlage ab, und die Stromversorgung war jahrelang auf Dieselgeneratoren angewiesen, mit jüngsten Verbesserungen hin zu stabileren Quellen – was laut Gemeindequellen jede Berechnung darüber bestimmt, wie viel zusätzliche Bevölkerung die Insel tragen kann.
Ein System, das für wenige hundert Menschen ausgelegt ist
Die Wasser- und Stromnetze von Caleta de Sebo wurden für eine ansässige Bevölkerung von etwa 700 Einwohnern ausgelegt, eine Zahl, die sich durch den Besucherandrang täglich mehrfach vervielfacht. Fachleute aus dem technischen Bereich warnen, dass das plötzliche Hinzufügen Dutzender neuer Häuser – sollte der Rahmen des Naturparks Archipiélago Chinijo dies je erlauben – zuerst eine Stärkung dieser Kapazität erfordern würde, was kurzfristig nicht vorgesehen ist.
Das Boot, die Infrastruktur, die nicht ausfallen darf
Zu dieser Gleichung kommt der Seetransport hinzu: Ganz La Graciosa ist von den Reedereien abhängig, die El Río von Órzola aus überqueren, sowohl für die Lieferung von Baumaterial als auch für die Arbeiter der Sanierungsarbeiten selbst. Ein Sturm, der die Überfahrten mehrere Tage aussetzt, kann jede laufende Sanierung lahmlegen.
Für die beteiligten Verwaltungen lautet die Schlussfolgerung, die auch Branchenquellen wiederholen: Auf La Graciosa muss geklärt werden, ob Wasser, Strom und Boot zusätzliche Häuser tragen könnten, bevor überhaupt diskutiert wird, wie viele weitere das Dorf aufnehmen könnte.
Energetische Verbesserungen, die nur langsam vorankommen
Der Cabildo von Lanzarote und die Regierung der Kanarischen Inseln haben in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um die Abhängigkeit La Graciosas von Dieselgeneratoren zu verringern, darunter die Einbindung von Solarenergie in das eigene Kraftwerk der Insel. Quellen aus der Energiebranche weisen jedoch darauf hin, dass die Umsetzung dieser Verbesserungen nur langsam vorankommt, sowohl durch die Insellogistik als auch durch die Notwendigkeit, die Versorgung während der Bauarbeiten unterbrechungsfrei aufrechtzuerhalten. Bis dahin bleibt jede Berechnung darüber, wie viel neuer Wohnraum die Insel aufnehmen könnte, dieser begrenzten Kapazität unterworfen.
Eine Entsalzungsanlage, die ebenfalls vom Treibstoff abhängt
Die Entsalzungsanlage, die Caleta de Sebo mit Trinkwasser versorgt, arbeitet ebenfalls mit Unterstützung von Generatoren, was laut Gemeindequellen die Wasserkosten im Vergleich zu anderen an größere Netze angeschlossenen Inseln verteuert. Diese Verbindung zwischen Wasser und Treibstoff fügt eine zusätzliche Verwundbarkeitsebene hinzu: Jede Störung bei der Dieselversorgung, sei es durch einen Sturm oder einen logistischen Ausfall, wirkt sich unmittelbar sowohl auf den Strom als auch auf das den Bewohnern zur Verfügung stehende Wasser aus.
Das Vorbild El Hierro – ein noch fernes Modell
Quellen aus der kanarischen Energiebranche erwähnen häufig den Fall El Hierro, das sich zu einem eigenen Modell erneuerbarer Erzeugung entwickelt hat, als Referenz für das, was langfristig auf La Graciosa denkbar wäre. Dieselben Quellen relativieren jedoch, dass Maßstab und Umstände beider Inseln sehr unterschiedlich sind und dass die Übertragung dieses Modells auf Caleta de Sebo Investitionen und Infrastrukturen erfordern würde, die derzeit nicht zu den kurzfristigen Prioritäten der beteiligten Verwaltungen zählen.



