Der Wandertourismus entlang der Levadas kurbelt die Landunterkünfte in Ribeira Brava und Ponta do Sol an
Ein Tourismus auf der Suche nach dem weniger urbanen Madeira
Ribeira Brava und Ponta do Sol profitieren von dem Trend zum Wandertourismus.
Von Bauernhäusern zu Unterkünften mit Charme
Traditionelle landwirtschaftliche Häuser werden zu Unterkünften für den ländlichen Tourismus umgebaut.
Der Cais da Ponta do Sol als Eingangstor
Die Nähe zu Wanderwegen ist ein ebenso wichtiger Aufwertungsfaktor wie der Strand.
Vorteile für die lokale Wirtschaft, mit Einschränkungen
Der Wertanstieg erschwert es den neuen einheimischen Generationen, Zugang zu Wohnraum zu erhalten.
Wanderwege, die bei ausländischen Besuchern immer gefragter sind
In den vergangenen Jahren haben sich die Levadas von Ribeira Brava und Ponta do Sol von reinen Bewässerungsanlagen zu einer eigenständigen touristischen Attraktion entwickelt. Wanderveranstalter mit Sitz in Funchal geben an, die Zahl der Gruppen, die gezielt diese Routen nachfragen, im Vergleich zu anderen Gebieten der Insel verdoppelt zu haben. Die Kombination aus Berglandschaft, terrassenförmigen Anbauflächen und Meeresnähe erklärt einen Großteil dieses wachsenden Interesses. Viele dieser Besucher suchen anschließend eine Unterkunft direkt vor Ort, anstatt jeden Abend nach Funchal zurückzukehren.
Europäische Fördermittel für die ländliche Sanierung
Ein Teil der Sanierungsarbeiten an den alten landwirtschaftlichen Häusern wurde durch europäische Fördermittel für die ländliche Entwicklung Madeiras unterstützt. Eigentümer, die sich für den Erhalt traditioneller Elemente wie Ziegeldächer oder Steinmauern entscheiden, erhalten günstigere Finanzierungsbedingungen. Örtliche Architekten weisen darauf hin, dass diese Art von Eingriff mehr Zeit und spezialisierte Arbeitskräfte erfordert als eine herkömmliche Renovierung. Dennoch führt das Ergebnis meist zu einem Mietpreis, der deutlich über dem einer Standardwohnung in der Gegend liegt.
Vergleich mit anderen Wandergebieten der Insel
Das Phänomen erinnert an das, was bereits in Santana oder im Paúl da Serra zu beobachten ist, wo die Nachfrage nach ländlichen Unterkünften ebenfalls im Zuge des Wandertourismus gewachsen ist. Immobilienmakler von der Südküste heben jedoch hervor, dass Ribeira Brava und Ponta do Sol den zusätzlichen Vorteil eines milderen Klimas und der Nähe zur Autobahn nach Funchal genießen. Diese Kombination erlaubt es den Eigentümern, Preise pro Nacht festzulegen, die denen der Hauptstadt ähneln, obwohl es sich um deutlich kleinere Orte handelt. Das Ergebnis ist eine Aufwertung, die sich über die unmittelbar mit den Wanderwegen verbundenen Häuser hinaus ausbreitet.
Anwohner fordern, dass das Wachstum die Bewohner nicht verdrängt
Anwohnerverbände beider Gemeinden erkennen die wirtschaftlichen Vorteile des Wandertourismus an, warnen jedoch davor, dass sich die Verteuerung von Grund und Boden sowie älterer Wohnhäuser inzwischen auch bei Geschäften mit lokalen Käufern bemerkbar macht. Sie fordern die Gemeindeverwaltungen auf, einen Teil des sanierten Wohnungsbestands für den dauerhaften Wohnsitz und nicht nur für die touristische Nutzung zu reservieren. Die Câmara Municipal von Ponta do Sol hat die Debatte anerkannt und prüft Mechanismen, um beide Nutzungsformen auszugleichen, ohne die Investitionen in die Region zu bremsen.



