Der Unesco-Biosphärenreservat-Status bremst Neubauten im Umfeld von Rocha dos Bordões
Ein Naturdenkmal, das die Stadtplanung bestimmt
Rocha dos Bordões, die Formation aus senkrechten Basaltsäulen im Landesinneren der Gemeinde Lajes das Flores, wurde 2010 zum Regionaldenkmal erklärt und gehört zur ausgewiesenen Fläche des seit 2009 von der Unesco anerkannten Biosphärenreservats Flores. Dieser doppelte Schutzstatus bedeutet laut Immobilienquellen einen weiträumigen Bereich, in dem Neubauten praktisch ausgeschlossen sind.
Weniger Bauland, mehr Druck auf den Bestand
Da ein Großteil des Inselgebiets irgendeiner Form von Umweltschutz unterliegt, konzentriert sich das Angebot an Baugrundstücken laut lokalen Bauträgern auf eine geringe Zahl von Parzellen außerhalb der ausgewiesenen Zonen. Das hat laut Immobilienquellen dazu beigetragen, sowohl das verfügbare Bauland als auch die bereits bestehenden Häuser in den nahegelegenen Siedlungskernen zu verteuern, da sich der Wohnungsbestand nicht im Takt der Nachfrage erweitern lässt.
Das Argument für das Reservat
Nicht alle sehen in der Einschränkung ein Problem. Quellen aus dem Tourismus- und Umweltsektor argumentieren, dass gerade die strikte Erhaltung der Landschaft – einschließlich der Säulen von Rocha dos Bordões und der sie umgebenden Wälder – die Attraktivität von Flores als Naturreiseziel und damit den Wert der Immobilien in ihrer Umgebung stützt. Ohne das Gütesiegel des Unesco-Biosphärenreservats, so diese Quellen, hätte die Insel weniger Möglichkeiten, sich von anderen Reisezielen der Azoren abzuheben.
Ein Gleichgewicht, das die Regionalregierung verwaltet
Die Regionalregierung der Azoren überprüft über ihr Umweltsekretariat regelmäßig die Raumordnungspläne, die die Gemeinden Lajes das Flores und Santa Cruz das Flores betreffen, und versucht dabei laut Quellen aus der Regionalverwaltung, den Schutz von Gebieten wie Rocha dos Bordões mit dem Wohnraumbedarf der Bewohner in Einklang zu bringen. Jede Ausweitung von Bauland im Umfeld des Reservats muss in der Praxis eine spezielle Genehmigung durchlaufen.
Was als Nächstes kommt
Solange der derzeitige Schutzrahmen bestehen bleibt, sind sich Immobilienquellen einig, dass die Preise der wenigen verfügbaren Häuser außerhalb des ausgewiesenen Bereichs weiter steigen werden und dass die Sanierung bereits bestehender Bauten in der Praxis der einzige reale Wachstumsweg für den Markt in diesem Teil der Insel bleiben wird.



