Teneriffa Süd: 134 Sozialwohnungen für 29,8 Millionen Euro ausgeschrieben
Das Kanarische Wohnungsinstitut (ICAVI), die Behörde der Regionalregierung für den öffentlichen Wohnungsbau, hat den Bau von 134 Sozialwohnungen im Süden Teneriffas ausgeschrieben. Sie verteilen sich auf Arona, Adeje und Guía de Isora, das Budget liegt bei 29,8 Millionen Euro. Das Geld stammt aus den europäischen Next-Generation-Mitteln, dem nach der Pandemie aufgelegten Aufbauprogramm, weshalb die Fristen eng gesetzt sind.
Was wo gebaut wird
Das Vorhaben ist in drei Lose aufgeteilt. Arona erhält das größte mit 59 Wohnungen und gut 16 Millionen Euro. Adeje bekommt 51 Wohnungen für rund 9,4 Millionen, Guía de Isora 24 Wohnungen für 4,4 Millionen. Zu jeder Wohnung gehört ein Stellplatz, und die Gebäude müssen energieeffizient sein, also niedrigere Stromrechnungen für die Bewohner bringen. Alle Wohnungen sind für die soziale oder bezahlbare Miete vorgesehen, nicht für den Verkauf.
Warum das im Süden zählt
Der Korridor Arona-Adeje beherbergt einen Großteil der Hotels der Insel und Tausende Arbeitsplätze in Gastronomie, Reinigung und Handel. Ferienvermietung und der stetige Zuzug neuer Bewohner haben die Mieten auf dem freien Markt jedoch weit nach oben getrieben. Viele Beschäftigte im Tourismus teilen sich Wohnungen, leben in Wohnwagen oder fahren eine Stunde zur Arbeit. Zur Einordnung: Nach Angaben der Regionalregierung selbst befinden sich auf Teneriffa 1.137 öffentliche Wohnungen in Planung, im Bau oder bereits fertig. Diese 134 sind ein spürbarer Teil davon, decken den Bedarf aber bei Weitem nicht.
Wer sich bewerben kann und wie
Eine VPO, eine geförderte Wohnung, wird mit öffentlichen Mitteln gebaut, und Miete oder Preis sind gesetzlich gedeckelt. Wer auf den Kanaren eine bekommen möchte, muss sich zuerst in das öffentliche Register der Wohnungssuchenden für geförderten Wohnraum eintragen, ein kostenloser Vorgang über das Online-Portal der Regionalregierung oder die Wohnungsämter. Übliche Bedingungen sind Volljährigkeit, mindestens vier Jahre Meldeadresse auf den Kanaren, kein weiteres Wohneigentum und ein Einkommen unter dem Fünffachen des IPREM, des Referenzindex der Verwaltung für Sozialleistungen. Es lohnt sich, sich jetzt einzutragen und die Daten aktuell zu halten: Sobald die Wohnungen fertig sind, werden sie unter den Registrierten vergeben, mit Vorrang für Haushalte mit den niedrigsten Einkommen.
Realistische Zeitpläne
Derzeit reichen Bauunternehmen ihre Angebote ein, was meist ein bis zwei Monate dauert. Danach vergibt das ICAVI den Auftrag, und die Bauarbeiten beginnen, die bei Projekten dieser Größe zwei bis drei Jahre dauern. Läuft alles glatt, könnten die ersten Schlüssel etwa 2029 übergeben werden. Für alle, die heute eine Wohnung suchen, ist das lang, aber es ist der Weg: erst registrieren, dann Geduld haben und die Bekanntmachungen des ICAVI und der drei Gemeinden im Blick behalten.



