Die "rote Wüste" des Barreiro da Faneca belebt einen aufkeimenden Wohntourismus im Inneren von Santa Maria
Eine Landschaft, die nicht nach Azoren aussieht
Der Barreiro da Faneca ist ein Gebiet mit rötlichen Tonböden, das als geschütztes Landschaftsgebiet ausgewiesen ist.
Von der geologischen Kuriosität zum touristischen Anziehungspunkt
Die Wanderwege wecken das Interesse an Landgütern und Landhäusern in der Umgebung.
Moderater, aber wachsender Druck auf den Boden
Die wenigen Grundstücke mit legaler Baugenehmigung haben ihren Wert in fünf Jahren verdoppelt.
Das Gleichgewicht zwischen Naturschutz und Entwicklung
Jede Bebauung muss einen angemessenen Abstand zum Schutzgebiet einhalten.
Eine geologische Besonderheit, einzigartig auf den Azoren
Der Barreiro da Faneca verdankt sein Erscheinungsbild der Erosion von Tonen und vulkanischen Materialien, die eine Palette rötlicher und ockerfarbener Töne hervorgebracht hat, wie sie in der von Grün geprägten Landschaft der Azoren ungewöhnlich ist. Geologen, die das Gebiet untersucht haben, betrachten es als Einzelfall innerhalb des Archipels, vergleichbar allenfalls mit vereinzelten Formationen auf anderen Vulkaninseln des Atlantiks. Diese Einzigartigkeit hat den Barreiro zu einem der meistverbreiteten Bilder von Santa Maria in touristischen Werbematerialien gemacht. Die Regionalregierung selbst nutzt diese Aufnahmen, um die Insel als Naturreiseziel innerhalb der Azoren zu positionieren.
Wanderer, die anschließend eine Unterkunft in der Nähe suchen
Wanderführer, die Touren zum Barreiro da Faneca anbieten, stellen fest, dass ein Großteil der Besucher im Anschluss nach der Möglichkeit fragt, in einem Landhaus oder auf einem Gut in der Gegend zu übernachten, um den Aufenthalt zu verlängern. Diese noch bescheidene Nachfrage bringt einige Eigentümer angrenzender Grundstücke dazu, über kleinere, auf den Landtourismus ausgerichtete Umbauten nachzudenken. Die Tourismusverbände von Santa Maria sehen darin eine Chance, ein Angebot zu diversifizieren, das sich traditionell auf die Strände der Insel konzentriert. Vorerst bleibt das spezifische Angebot an ländlichen Unterkünften jedoch knapp.
Knapper Boden, deutliche Wertsteigerung
Der Status als Schutzgebiet verringert die Zahl der Grundstücke mit legaler Bebauungsmöglichkeit im unmittelbaren Umfeld des Barreiro drastisch, was erklärt, warum sich ihr Wert nach Angaben lokaler Immobilienmakler in nur fünf Jahren verdoppelt hat. Diese Knappheit steht im Gegensatz zum Überangebot an ungenutztem ländlichem Boden in anderen Teilen der Insel, die von der landschaftlichen Attraktion weiter entfernt liegen. Interessenten für diese Grundstücke sind meist sowohl zurückgekehrte Auswanderer als auch Kleinanleger, die von der jüngsten Wertsteigerung angezogen werden. Die derzeitigen Eigentümer, die sich dieser Entwicklung bewusst sind, zeigen immer weniger Eile beim Verkauf.
Die kommunale Bauleitplanung als Hüterin des Gleichgewichts
Die Stadtverwaltung von Vila do Porto verhält sich gegenüber jeder Bauinitiative in der Nähe des Schutzgebiets zurückhaltend und knüpft jedes Vorhaben an Mindestabstände und positive Umweltgutachten. Kommunale Fachleute betonen, dass der Wert des Barreiro gerade in seinem unberührten Naturcharakter liegt und dass eine übermäßige Bebauung im Umfeld genau jene Attraktivität mindern könnte, die das derzeitige Immobilieninteresse antreibt. Diese Haltung hat zu gewissen Spannungen mit einigen Eigentümern geführt, die mehr Spielraum fordern, um ihre Grundstücke rentabel zu machen. Das Gleichgewicht zwischen Naturschutz und Entwicklung bleibt vorerst der zentrale Punkt der Debatte auf Santa Maria.



