Realejo Bajo, der Gründungskern von Los Realejos, wehrt sich gegen den Wegzug seiner Bewohner an die Küste
Realejo Bajo, die Wiege der heutigen Gemeinde Los Realejos, bewahrt ein bemerkenswertes städtebauliches Erbe, verliert jedoch langsam und stetig an fester Bevölkerung.
Ein Viertel mit jahrhundertealter Geschichte und Häusern auf Käufersuche
Immobilienmakler berichten, dass Häuser von großem historischem Wert neben Objekten stehen, für die sich kein Käufer findet.
Der Generationswechsel, der ausbleibt
Junge Familien lassen sich lieber in Gegenden nieder, die näher an Dienstleistungen und Schulen liegen.
Erste Anzeichen einer Erholung
Aus dem Rathaus heißt es, es gebe ein beginnendes Interesse von Käufern, die der historische Charakter des Viertels anzieht.
Zwischen historischem Stolz und schleichender Entvölkerung
Die Herausforderung besteht darin, Menschen zu gewinnen, die im Viertel wohnen und es nicht nur besuchen wollen.
Eine Siedlung, die im Zentrum der Eroberung Teneriffas stand
Realejo Bajo liegt an jenem Ort, an dem die letzte große Schlacht der Eroberung Teneriffas geschlagen wurde – ein Umstand, der die Dichte historischer Bauten im Ortskern erklärt, darunter Kirchen und Herrenhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieses historische Gewicht trifft heute auf enge Gassen und einen Altbaubestand, dessen Anpassung an heutige Wohnstandards erhebliche Investitionen erfordert. Ortshistoriker betonen, dass das Viertel eine seit der Kolonialzeit nahezu unveränderte Stadtstruktur bewahrt hat – ein Wert, der allmählich auch auf dem Immobilienmarkt anerkannt wird.
Der Gegensatz zur Küste von Los Realejos
Nur wenige Autominuten entfernt konzentrieren sich in den Küstenorten der Gemeinde ein Großteil der jüngsten Bautätigkeit und die Nachfrage nach Neubauwohnungen, was den Kontrast zur Stagnation von Realejo Bajo verschärft. Befragte Bauträger erklären, dass Bauland am Meer weitaus rentabler sei als die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude im historischen Ortskern. Dieses Ungleichgewicht erschwert es nach Angaben aus dem Rathaus, trotz des kulturellen Werts privates Kapital für den Gründungskern zu gewinnen.
Sinkende Einwohnerzahlen, steigende Zahl von Zweitwohnsitzen
Die der Stadtverwaltung vorliegenden Daten zeigen einen anhaltenden Rückgang der gemeldeten Einwohner in Realejo Bajo im vergangenen Jahrzehnt – bei gleichzeitig moderat steigender Zahl von Wohnungen, die als Zweitwohnsitz oder zur Ferienvermietung genutzt werden. Alteingesessene Anwohner beschreiben Straßen, in denen im Winter die Rollläden unten bleiben und die nur zu besonderen Anlässen wie den Patronatsfesten wieder mit Leben erfüllt werden. Diese Zweiteilung, sagen sie, fasse die aktuelle Lage des Viertels treffend zusammen.
Kommunale Pläne zur Bindung der Bevölkerung
Die Stadtverwaltung von Los Realejos hat Realejo Bajo in ihrem kommenden Stadterneuerungsplan als vorrangiges Gebiet aufgenommen, mit gezielten Hilfen für alle, die im historischen Ortskern Wohneigentum als Hauptwohnsitz erwerben. Aus dem Rathaus heißt es, diese Anreize könnten in Verbindung mit dem wachsenden Interesse von Käufern, die der kulturelle Wert anzieht, den Wegzug junger Menschen in den kommenden Jahren bremsen.



