Pedro Barba, das Geisterdorf von La Graciosa, das mit einer Handvoll Saisonhäusern überlebt
Nördlich von Caleta de Sebo, durch mehrere Kilometer Erdpisten getrennt, liegt Pedro Barba, die andere Siedlung von La Graciosa und laut Gemeindequellen das extremste Beispiel für die Entvölkerung, die den kleineren Ortschaften des Archipels droht. Was einst ein kleiner Fischerhafen und später ein privates Jagd- und Fischereigebiet war, ist heute eine kleine Gruppe von Häusern, die die meiste Zeit des Jahres geschlossen bleiben.
Vom privaten Jagdgebiet zur Feriensiedlung
Pedro Barba gehörte über Jahrzehnte zu einem privaten Anwesen, das der Jagd und Fischerei diente, und nur eine begrenzte Zahl von Familien unterhält dort ein Haus, fast immer als saisonalen Zweitwohnsitz. Laut Anwohnerquellen fehlt der Ortschaft eine stabile gemeldete Bevölkerung, und ihre Häuser öffnen im Wesentlichen in den Sommermonaten oder für gelegentliche Fischeraufenthalte.
Ohne Infrastruktur für ein dauerhaftes Leben
Anders als Caleta de Sebo verfügt Pedro Barba nicht über die Mindestdienstleistungen – regelmäßige Wasserversorgung, Geschäfte oder eine tägliche Schiffsverbindung –, die einen dauerhaften Wohnsitz dort denkbar machen würden, was praktisch ausschließt, dass diese Ortschaft einen Teil des Wohnungsdrucks auffangen könnte, unter dem das Hauptdorf der Insel leidet.
Für die Verwaltungen, die La Graciosa verwalten, stellt Pedro Barba einen Sonderfall dar: keine für die Familien von La Graciosa erreichbare Wohnalternative, sondern eine nahezu unbewohnte Enklave, deren Zukunft eher von der Erhaltung des Erbes als von jeder konventionellen Wohnungspolitik abhängt.
Ein anderes Modell als bei anderen verlassenen Ortschaften der Kanaren
Anders als andere kleine ländliche Ortschaften des Archipels, die aktiv durch Wohnraumanreize eine Wiederbesiedlung anstreben, steht Pedro Barba angesichts des völligen Fehlens grundlegender Infrastruktur bei keiner Verwaltung als Ziel für neue Einwohner auf der Prioritätenliste. Befragte Fachleute vergleichen seine Situation mit anderen ehemaligen privaten Jagdgebieten der Inseln, wo der Erbe- und Landschaftswert über jedem Ansatz für Wohnraumentwicklung steht.
Die noch fortbestehende Fischereinutzung
Trotz der geringen Zahl bewohnter Häuser bewahrt Pedro Barba eine gewisse mit der Saisonfischerei verbundene Aktivität, wobei Familien sich in den Monaten stärkster Tätigkeit dorthin begeben. Anwohnerquellen erklären, dass diese saisonale Aktivität in der Praxis das Einzige ist, was die vollständige Aufgabe der Ortschaft verhindert, auch wenn sie nicht ausreicht, um irgendeine Art von Immobilienmarkt zu tragen.



