Die Mondlandschaft der Capelinhos wird ein halbes Jahrhundert später zum Magneten für Wohntourismus auf Faial
Eine Aschelandschaft, die sich heute verkauft
Der Vulkan Capelinhos in der Gemeinde Capelo prägt die Wirtschaft Faials noch fast siebzig Jahre nach seinem Ausbruch zwischen 1957 und 1958.
Eine Aschelandschaft, die sich heute verkauft (Fortsetzung)
Immobilien im Umkreis weniger Kilometer um das Besucherzentrum haben überdurchschnittlich stark an Wert gewonnen.
Druck auf Flächen mit strengen Auflagen
Ein Großteil der betroffenen Küste gehört zum Naturpark von Faial, mit strengen Bauauflagen.
Eine Vulkanlandschaft, ein angespannter Markt
Die Anwohner beschreiben das Paradox einer Landschaft, die die Gemeinde einst entvölkerte und heute das Wohnen verteuert.
Der Leuchtturm, der den Ausbruch überstand, ist heute Besucherzentrum
Der alte Farol dos Capelinhos, während des Ausbruchs halb unter Asche begraben, beherbergt seit Jahren das Besucherzentrum, das jede Saison Zehntausende Gäste anzieht. Seine Lage, nur wenige Autominuten von Horta entfernt, hat ihn zur Pflichtstation jeder Rundreise über Faial gemacht. Der anhaltende Besucherzuwachs hat mehrere Eigentümer in der Gemeinde Capelo dazu bewogen, alte Bauernhäuser als ländliche Unterkünfte herzurichten. Nach Angaben aus der örtlichen Tourismusbranche ist die Auslastung in den Sommermonaten inzwischen nahezu vollständig.
Häuser von Auswanderern kehren auf den Markt zurück
Ein Großteil der Häuser in Vulkannähe gehörte Familien, die nach dem Ausbruch in die Vereinigten Staaten oder nach Kanada auswanderten und Immobilien zurückließen, die jahrzehntelang verschlossen blieben. In den vergangenen Jahren haben außerhalb der Azoren lebende Erben begonnen, diese Häuser zu verkaufen oder zu sanieren, angelockt von der Wertsteigerung der Gegend. Immobilienmakler aus Horta berichten, dass solche Geschäfte meist aus der Ferne abgeschlossen werden, mit Käufern, die nie einen Fuß auf die Insel gesetzt haben. Das Phänomen hat dem Markt einen Bestand an Wohnraum zugeführt, der zuvor völlig brachlag.
Faial im Vergleich mit anderen Vulkanrouten des Archipels
Der Aufschwung von Capelinhos lädt zum Vergleich mit anderen vulkanischen Orten der Azoren ein, etwa Furnas oder dem Lago das Sete Cidades auf São Miguel, wo der Geotourismus den Wohnungsmarkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten ebenfalls unter Druck gesetzt hat. Von der Branche befragte Fachleute der Regionalregierung weisen darauf hin, dass Faial ein in der Region bereits bekanntes Muster wiederholt: Die landschaftliche Attraktivität verdrängt am Ende die örtliche Bevölkerung. Der Unterschied, so betonen sie, liege in der weitaus kleineren Größenordnung Faials, wodurch der Effekt auf die Preise verhältnismäßig stärker ausfällt.
Die Câmara Municipal da Horta beobachtet die Preisentwicklung
Die Stadtverwaltung von Horta, der die Gemeinde Capelo verwaltungsmäßig untersteht, verfolgt die Preisentwicklung im Umfeld der Capelinhos nach eigenen Angaben aufmerksam. Aus dem Rathaus heißt es, derzeit sei keine besondere Beschränkung des Erwerbs durch Nichtansässige geplant, eine Überprüfung der Bodenpolitik werde aber nicht ausgeschlossen, sollte sich der Trend verschärfen. Die Verwaltung betont, die Herausforderung bestehe darin, den wirtschaftlichen Impuls des Geotourismus mit dem Verbleib der örtlichen Bevölkerung in der Gemeinde zu vereinbaren.



