Lanzarote geht bei Mietbeihilfen leer aus und wartet auf 118 Sozialwohnungen
Das Thema Wohnen prägt diese Woche auf Lanzarote, mit zwei Fronten, die alle betreffen, die auf der Insel leben und arbeiten: staatliche Mietbeihilfen, die vorerst nicht beantragt werden können, und neue öffentliche Wohnungen zu bezahlbaren Preisen.
Beihilfen, die nicht ankommen
Die PSOE Lanzarote kritisiert, dass die Insel bei der Verteilung von 90 Millionen Euro an staatlichen Mietbeihilfen außen vor bleibt. Der Grund sei, dass die Kanarische Regierung bisher keine Zone mit angespanntem Wohnungsmarkt erklärt hat, eine zwingende Voraussetzung für den Zugang zu diesen Zuschüssen. Die Generalsekretärin María Dolores Corujo macht dafür den kanarischen Regierungspräsidenten Fernando Clavijo und den Präsidenten des Cabildo, Oswaldo Betancort, verantwortlich. In der Praxis bedeutet das: Solange diese Erklärung fehlt, kann kein Mieter auf Lanzarote die Beihilfen beantragen, auch wenn er die Einkommensvoraussetzungen erfüllt.
Ein Markt, der verdrängt
Die Septemberzahlen bestätigen, was viele Familien bereits erleben. Die mittlere Miete liegt bei rund 1.250 Euro im Monat, und der Kauf einer typischen Wohnung kostet über 255.000 Euro, mit zweistelligen Zuwächsen innerhalb eines Jahres. Das Angebot an Langzeitmieten ist minimal: Die großen Portale führen nur wenige Dutzend Wohnungen auf der gesamten Insel, viele davon nur saisonal. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Ferienwohnungen in drei Jahren verdoppelt und liegt inzwischen bei über 11.000. Die Folgen sind bekannt: Familien teilen sich Wohnungen, Arbeitskräfte leben in Einzelzimmern, und junge Menschen können nicht ausziehen.
Öffentlicher Wohnungsbau: Zeitplan und Erwartungen
Die greifbarste Nachricht kommt vom Cabildo, der den Kauf von 76 Wohnungen in Playa Blanca für rund 11 Millionen Euro vorantreibt, je zur Hälfte finanziert mit der Kanarischen Regierung. Die Bewertung war für Mitte September vorgesehen, der Abschluss wird zwischen Monatsende und Oktober erwartet. Hinzu kommen 42 bereits erworbene Wohnungen, die auf die Ausschreibung zur Vergabe als bezahlbare Mietwohnungen warten. Interessierte sollten die offiziellen Bekanntmachungen des Cabildo und des Kanarischen Wohnungsinstituts verfolgen, da die Vergabebedingungen Anforderungen an Meldeadresse, Einkommen und Familiensituation festlegen werden.
Was sich ändern könnte
Betancort fordert einen Stopp neuer Tourismuslizenzen in Gebieten mit Wohnungsdruck. Die Ausweisung angespannter Zonen würde nicht nur die staatlichen Beihilfen freischalten, sondern auch Mietobergrenzen in den betroffenen Gebieten ermöglichen.
Für die Einwohner ist das Fazit klar: Die Instrumente existieren auf dem Papier, hängen aber von noch ausstehenden politischen Entscheidungen ab. Bis dahin sind die Sozialwohnungen in Playa Blanca der direkteste Weg zu einer bezahlbaren Miete.



