Junge Menschen in Velas geben den Traum vom ersten Eigenheim angesichts steigender Preise in der Hauptstadt von São Jorge auf
Auch die Hauptstadt steht unter Druck
Der Durchschnittspreis für Bestandswohnungen ist in Velas kontinuierlich gestiegen.
Löhne der Insel, Preise der Hauptstadt
Die Gehälter in Verwaltung, Handel und Hafendienstleistungen wachsen nicht im selben Tempo.
Konkurrenz durch Zweitwohnsitze
Ortsfremde Käufer treiben vor allem die Preise für Wohnungen mit Blick auf den Hafen in die Höhe.
Förderung reicht nicht aus, sagen die Betroffenen
Die bestehenden Förderprogramme erreichen nur sehr wenige Empfänger.
Berichte junger Menschen aus Velas
Mehrere befragte Einwohner unter 35 Jahren in Velas sind sich einig, dass es mit den auf der Insel üblichen Gehältern nahezu unmöglich geworden ist, Eigenkapital für eine Anzahlung anzusparen. Viele bleiben über das dreißigste Lebensjahr hinaus bei ihren Eltern wohnen oder teilen sich eine Mietwohnung mit anderen jungen Paaren. Manche geben an, den Gedanken an einen Kauf in der Gemeinde ganz aufgegeben zu haben, und erwägen einen Umzug in andere Orte der Insel mit moderateren Preisen. Der Jugendverband von São Jorge hat diese Sorge der Câmara Municipal bereits mehrfach vorgetragen.
Vergleich mit anderen Inselhauptstädten der Azoren
Die Verteuerung des Wohnraums in Velas folgt einem ähnlichen Trend wie in Horta oder Angra do Heroísmo, allerdings bei niedrigeren Durchschnittslöhnen, da Branchen wie der internationale Tourismus hier weniger Gewicht haben. Immobilienanalysten weisen darauf hin, dass die Kluft zwischen der lokalen Kaufkraft und der Attraktivität der Insel für auswärtige Käufer einen großen Teil der aktuellen Anspannung erklärt. In Horta konnten Maßnahmen im geförderten Wohnungsbau das Problem teilweise abmildern – ein Weg, der in Velas noch geprüft wird. Die Gemeinde räumt ein, diese Erfahrungen zu beobachten, bevor sie eigene Maßnahmen entwirft.
Das Gewicht der Zweitwohnsitze in der Altstadt
Ein Großteil der Wohnungen mit Blick auf den Hafen von Velas ist in den vergangenen Jahren an ortsfremde Käufer übergegangen, von denen viele familiäre Wurzeln auf der Insel haben, ihren festen Wohnsitz aber außerhalb von São Jorge. Diese zusätzliche Nachfrage hat dazu beigetragen, Referenzpreise zu etablieren, die für lokale Gehälter unerreichbar sind. Immobilienmakler der Gegend bestätigen, dass Wohnungen in der Altstadt rasch verkauft werden, oft ohne je öffentlich inseriert zu werden. Alteingesessene Anwohner bedauern, dass das Zentrum von Velas seine feste Bevölkerung zugunsten gelegentlicher Nutzung verliert.
Öffentliche Förderung – aus Sicht der Begünstigten selbst unzureichend
Regionale Programme zur Unterstützung von Mieten und des ersten Eigenheims gibt es auf den Azoren seit Jahren, doch junge Menschen aus Velas, die solche Hilfen beantragt haben, berichten von langen Bearbeitungszeiten und Beträgen, die den Preisunterschied nicht ausgleichen. Fachleute der Câmara Municipal räumen ein, dass die Zahl der Begünstigten in der Gemeinde im Vergleich zur tatsächlichen Nachfrage gering ist. Erwogen wurde, die regionalen Hilfen durch ein eigenes kommunales Programm für unter 35-Jährige zu ergänzen. Bislang sind dafür jedoch keine Haushaltsmittel eingeplant.



