Junge Menschen im Großraum Funchal geben angesichts steigender Preise den Kauf ihrer ersten Wohnung auf
Madeirensische Löhne im Vergleich zu europäischen Referenzpreisen
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der madeirensischen Hauptstadt steigt weiter, während die Löhne niedrig bleiben.
Unerreichbare Anzahlungen und familiäre Bürgschaften
Viele Käufe junger Menschen sind nur dank der Bürgschaft oder direkten finanziellen Unterstützung von Eltern oder Großeltern möglich.
Die Miete als zunehmend teure Alternative
Der Druck der touristischen Vermietung verringert das Angebot an Wohnungen für die dauerhafte Miete.
Abwanderung in benachbarte Concelhos
Junge Menschen suchen sich Wohnraum in angrenzenden Gemeinden mit etwas erschwinglicheren Preisen.
Eine Kluft, die von Quartal zu Quartal wächst
Lokale Ökonomen gehen davon aus, dass sich der Abstand zwischen dem durchschnittlichen Wohnungspreis in Funchal und dem durchschnittlichen madeirensischen Gehalt in den vergangenen Jahren stetig vergrößert hat. Der Vergleich mit anderen portugiesischen Inselhauptstädten fällt für die autonome Region ungünstig aus, da die Löhne dort in der Regel unter dem nationalen Durchschnitt liegen. Diese Kombination erklärt, warum ein großer Teil der jungen Menschen mit fester Anstellung weiterhin keinen Zugang zu einer eigenen Hypothek hat.
Erfahrungsberichte derjenigen, die warten
Mehrere Dreißigjährige, die von Geschäften und Maklerbüros der Gegend befragt wurden, sind sich einig, dass sie die Idee eines Wohnungskaufs mindestens bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts verschoben haben. Einige haben sich dafür entschieden, auch jenseits der dreißig noch in einer Wohngemeinschaft zu leben – etwas, das auf der Insel früher eher unüblich war. Andere schließen es rundweg aus, in Funchal zu bleiben, und ziehen eine Auswanderung nach Lissabon oder ins Ausland in Erwägung, um bessere Gehaltsbedingungen zu finden.
Öffentliche Programme mit begrenzter Reichweite
Die regionalen Beihilfen für junge Menschen beim Wohnungserwerb existieren zwar, doch Fachleute der Branche räumen ein, dass ihre Reichweite angesichts der unerfüllten Nachfrage unzureichend ist. Die Mindest- und Höchsteinkommensgrenzen schließen einen großen Teil der Antragsteller aus – entweder weil sie zu wenig oder zu viel verdienen. Anwohnerverbände fordern, sowohl die Haushaltsmittel als auch die Zugangskriterien dieser Programme zu erweitern.
Der Vergleich mit anderen Inseln des Archipels
Im Gegensatz zur angespannten Lage in Funchal halten andere Gebiete Madeiras und Porto Santo ihre Preise noch etwas niedriger, auch wenn auch sie steigen. Dieser Unterschied bringt einen Teil der jungen Bevölkerung dazu, einen Umzug in Erwägung zu ziehen, der vor einem Jahrzehnt noch undenkbar gewesen wäre. Das Phänomen wiederholt in kleinerem Maßstab dieselbe Verdrängung an die Peripherie, die bereits in anderen Inselhauptstädten des Atlantiks zu beobachten ist.



