Hafen und Flughafen Nelson Mandela treiben die Wohnungspreise im Osten von Praia nach oben
Zwei Infrastrukturen, ein gemeinsamer Wachstumskorridor
Der Bodenpreis in Achada Grande stieg auf bis zu 15.000-20.000 CVE pro Quadratmeter.
Der Hafen als Motor für Beschäftigung und Wohnraumnachfrage
Hafenarbeiter und Transportunternehmer suchen Wohnraum in der Nähe der Hafenanlagen.
Der Flughafen und seine Wirkung auf die umliegenden Flächen
Beschäftigte von Fluggesellschaften und Bodenabfertigung schätzen die Nähe zum Terminal.
Eine von Infrastrukturen geprägte Stadtentwicklung
Lärmschutz- und Sicherheitsauflagen begrenzen das Angebot an bebaubaren Flächen.
Ein Muster, das auch aus anderen Hafenstädten bekannt ist
Das Phänomen eines Wachstumskorridors zwischen Hafen und Flughafen ist keine Besonderheit von Praia. Befragte Stadtplaner nennen ähnliche Beispiele aus anderen westafrikanischen Hafenhauptstädten, wo die gleichzeitige Nähe zu beiden Infrastrukturen zu überdurchschnittlichen Bodenpreissteigerungen führt. Im Fall von Achada Grande wurde diese Dynamik durch die Ausweitung des Betriebs im Porto da Praia in den vergangenen Jahren zusätzlich beschleunigt. Die Fachleute der Stadtverwaltung räumen ein, dass die Stadtplanung mit diesem Wachstum nicht immer Schritt gehalten hat.
Die Hafenverwaltung als indirekter Akteur des Marktes
Die Hafenverwaltung greift nicht unmittelbar in den Immobilienmarkt ein, doch ihre Entscheidungen über den Ausbau der Anlagen und die Einstellung von Personal wirken sich indirekt auf die Nachfrage nach Wohnraum in der Umgebung aus. Jede neue Konzession oder Kaiverlängerung schlägt sich nach Angaben von Immobilienmaklern vor Ort in einem Anstieg der Anfragen von Beschäftigten der Logistikbranche nieder. Dieser Zusammenhang ist zwar offiziell nicht beziffert, wird von den Akteuren des lokalen Marktes aber regelmäßig bestätigt.
Projektentwickler richten den Blick auf Achada Grande
Mehrere Projektentwickler aus Praia interessieren sich inzwischen für Grundstücke im Umfeld von Achada Grande, angezogen von der Kombination aus stabiler Arbeitsnachfrage und Bodenpreisen, die noch immer unter denen im Zentrum der Hauptstadt liegen. Die ersten angekündigten Vorhaben sind kleinteilig und richten sich an Beschäftigte mit mittlerem Einkommen aus dem Hafen- oder Flughafenumfeld. Die befragten Makler erwarten, dass diese Bautätigkeit zunimmt, sollten die Preise im derzeitigen Tempo weiter steigen.
Nachbarschaft zwischen Anwohnern und Industriebetrieb
Für die alteingesessenen Bewohner des Viertels ist die Wertsteigerung des Bodens eine zwiespältige Nachricht. Sie erkennen an, dass ihre Immobilien an Wert gewinnen, verweisen aber zugleich auf die Belastungen durch Hafen- und Flughafenbetrieb – vom Lärm bis zum Schwerlastverkehr. Die Sicherheitsauflagen, die das Bauen in der Nähe beider Infrastrukturen einschränken, nähren zudem Zweifel an der städtebaulichen Zukunft des Viertels. Dennoch sind sich die meisten einig, dass der Korridor zwischen Hafen und Flughafen mittelfristig eines der dynamischsten Immobiliengebiete der Hauptstadt bleiben wird.



