Fajãzinha versinkt im Gerüst: Die Sanierung traditioneller Häuser lässt die Nachfrage nach Maurern auf Flores steigen
Jahrhundertealte Häuser mit neuen Eigentümern
Fajãzinha, einer der kleinsten und am besten erhaltenen Ortskerne der Gemeinde Lajes das Flores, hat in den vergangenen Jahren erlebt, wie mehrere traditionelle Steinhäuser, viele davon seit der Auswanderung ihrer ursprünglichen Eigentümer verschlossen, den Besitzer gewechselt haben. Laut Immobilienquellen verlangen die neuen Käufer – sowohl Portugiesen vom Festland als auch Ausländer – ausdrücklich, die ursprüngliche Fassade und die Baumaterialien zu erhalten, anstatt neue Gebäude zu errichten.
Mangel an Fachkräften
Diese Vorliebe für Sanierung statt Neubau hat die Nachfrage nach Steinmetzen und Zimmerleuten in die Höhe getrieben, die mit Basaltstein und einheimischem Holz arbeiten können – ein Handwerk, in dem es laut Quellen aus dem Bausektor der Insel immer weniger aktive Fachkräfte gibt. Die wenigen verbliebenen Teams auf Flores häufen Aufträge mit monatelangen Wartezeiten an, was die Kostenvoranschläge verteuert und die Bauzeiten verlängert.
Der Preis für den Erhalt der Landschaft
Eine Sanierung unter Wahrung des traditionellen Stils ist laut den befragten Bauträgern deutlich teurer als ein Neubau, wegen der Transportkosten für Materialien und des Fehlens einer spezialisierten lokalen Industrie. Dennoch erzielen laut Immobilienquellen nach traditionellen Kriterien sanierte Häuser in Fajãzinha beim Wiederverkauf deutlich höhere Preise als vergleichbare moderne Neubauten, was neue Eigentümer dazu ermutigt, die Mehrkosten zu tragen.
Ein Erbe, das auch die Gemeinde schützt
Die Gemeindeverwaltung von Lajes das Flores (Câmara Municipal de Lajes das Flores) hält an Kriterien zum Schutz des Ortsbilds in Kernen wie Fajãzinha fest, die laut Angaben der Gemeinde den Erhalt von Elementen wie Sichtmauerwerk aus Stein oder der ursprünglichen Fensteranordnung vorschreiben. Diese Auflagen verteuern zwar die Renovierungen, werden von den Käufern aber als Garantie dafür geschätzt, dass die Umgebung im Laufe der Jahre ihren Charakter nicht verliert.
Weitere Bauarbeiten in Sicht
Da in der Gegend bereits weitere Häuser zum Verkauf stehen, rechnen die örtlichen Bauunternehmer damit, dass die Sanierungstätigkeit in Fajãzinha in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Sie fordern jedoch Ausbildungsprogramme für neue Steinmetzgesellen, um die Nachfrage bedienen zu können, ohne die Wartezeiten noch weiter in die Höhe zu treiben.



