Die Fähre nach São Vicente und der kleine Flughafen von Ponta do Sol als Nadelöhre für das Bauen auf Santo Antão
Eine Insel, die fast alles per Schiff erhält
Das Material erreicht zunächst Mindelo und überquert dann per Fähre den Kanal von São Vicente.
Zusatzkosten, die jede Wohnung verteuern
Der Transport schlägt mit 10 % bis 20 % auf die Endkosten des Materials durch.
Ein Flughafen von nahezu symbolischer Kapazität
Der kleine Flughafen von Ponta do Sol ist für schweres Material keine echte Alternative.
Bauträger fordern eine bessere Seeverbindung
Gefordert werden eine höhere Taktung und mehr Verlässlichkeit der Fährverbindung nach Mindelo.
Porto Novo, das unumgängliche Seetor der Insel
Nahezu der gesamte Zement, Stahl und das Holz, die nach Santo Antão gelangen, erreichen die Insel über den Hafen von Porto Novo, nachdem sie von Mindelo aus den Kanal von São Vicente überquert haben. Die Bauunternehmen beschreiben eine Lieferkette fast ohne Spielraum, in der jede Störung des Fährbetriebs unmittelbar zu Baustopps wegen fehlenden Materials führt. Größere Projekte legen deshalb Wochen im Voraus Vorräte an, um während der Bauphase nicht ohne Nachschub dazustehen.
Wenn der Seegang das Tempo auf der Baustelle bestimmt
In den Monaten mit stärkerem Wellengang im Kanal von São Vicente kommt es zu Ausfällen der Überfahrten, die die Lager in Porto Novo tagelang auf Mindestbestände schrumpfen lassen. Befragte Bauträger schätzen, dass diese Unterbrechungen den Gesamtzeitplan jedes größeren Bauvorhabens im Jahr um mehrere Wochen verzögern. Die Unsicherheit zwingt dazu, längere Lieferzeiten einzuplanen als auf Inseln mit besserer Seeanbindung.
Eine Abhängigkeit, unter der auch andere Inseln des Archipels leiden
Der Fall von Santo Antão ist kein Einzelfall: São Nicolau, Brava oder São Jorge auf den Azoren stehen vor ähnlichen Einschränkungen, weil sie von einem einzigen seewärtigen Versorgungsweg abhängen. Der Unterschied liegt im Verkehrsaufkommen, das auf Santo Antão deutlich geringer ausfällt als auf Inseln mit leistungsfähigeren Häfen, was die Auswirkungen jeder einzelnen Störung auf den Endpreis einer Wohnung verstärkt.
Verbesserungen, die seit Jahren gefordert werden
Bauunternehmerverbände dringen darauf, die Taktung der Frachtfähre zu erhöhen und die Hafenanlagen von Porto Novo zu modernisieren – eine Forderung, die auf jedem Wirtschaftsforum der Insel erneut erhoben wird. Bislang gibt es keinen öffentlichen Zeitplan für diese Verbesserungen, und die Bauträger geben die Transportmehrkosten weiterhin an den Endpreis jeder neuen Wohnung weiter.



