Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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Corvo

Dutzende Häuser von Auswanderern bleiben auf Corvo das ganze Jahr über verschlossen

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Dutzende Häuser von Auswanderern bleiben auf Corvo das ganze Jahr über verschlossen
Foto: José Luís Ávila Silveira / Pedro Noronha e Costa / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Das Gewicht der Auswanderung im Stadtbild

Ein erheblicher Teil der Häuser gehört Familien, die in die USA und nach Kanada ausgewandert sind.

Häuser, die im August geöffnet und im September wieder geschlossen werden

Die Familien kehren zu den Augustfesten zurück und schließen das Haus zum Ende des Sommers wieder.

Warum sie weder verkauft noch vermietet werden

Der Widerstand gegen einen Verkauf hat wenig mit Rentabilität und viel mit ideellem Wert zu tun.

Ein Geisterwohnungsbestand

Auf dem Papier gibt es mehr Wohnungen als dauerhafte Bewohner, doch die meisten stehen nicht zur Verfügung.

Das Erbe einer Auswanderung, die die Insel geprägt hat

Die Auswanderung in die USA und nach Kanada, die während eines Großteils des 20. Jahrhunderts intensiv war, hinterließ tiefe Spuren im Wohnungsbild Corvos. Viele Familien behielten das Eigentum an ihren Häusern, das später an Kinder und Enkel weitergegeben wurde, die bereits außerhalb der Insel geboren wurden. Diese Verbindung aus der Ferne erklärt den hohen Anteil an Häusern, die den größten Teil des Jahres verschlossen bleiben.

August, der Monat, in dem die Insel wieder auflebt

Jeden August, zeitgleich mit den Patronatsfesten, gewinnen Dutzende Häuser für einige Wochen mit der Rückkehr der ausgewanderten Familien ihre ursprüngliche Funktion zurück. Diese saisonale Rückkehr vervielfacht vorübergehend die Bevölkerung und belebt den kleinen örtlichen Handel. Nach den Festtagen schließen die Häuser wieder bis zum nächsten Sommer.

Warum der ideelle Wert schwerer wiegt als der Preis

Makler, die versucht haben, bei einem Verkauf zu vermitteln, räumen ein, dass das wirtschaftliche Argument gegen den emotionalen Widerstand der Eigentümer kaum ins Gewicht fällt. Für viele Familien käme der Verkauf des Hauses einer Kappung der letzten formellen Verbindung zur Herkunftsinsel gleich. Diese Haltung bleibt auch bestehen, wenn die Immobilie durch jahrelangen Leerstand verfällt.

Ein Geisterbestand, der die Statistiken verzerrt

Die Volkszählungen erfassen auf Corvo eine deutlich höhere Zahl an Wohnungen als an dauerhaften Bewohnern, was jede herkömmliche Marktanalyse verzerrt. Fachleute, die den Wohnungsmarkt der Azoren untersuchen, warnen, dass dieses Missverhältnis die Berechnung eines realen Durchschnittspreises erschwert. Solange sich das Muster aus Auswanderung und saisonaler Rückkehr fortsetzt, wird diese Anomalie Teil des Inselbilds bleiben.