Freitag 28 de August de 2026 Macaronesia

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Corralejo, Epizentrum der Ferienvermietung auf Fuerteventura: hohe Renditen, verdrängte Anwohner und eine Regulierung im Anmarsch

Euroinmobiliaria® · · 2 Min. Lesezeit

Corralejo, Epizentrum der Ferienvermietung auf Fuerteventura: hohe Renditen, verdrängte Anwohner und eine Regulierung im Anmarsch
Foto: Holger Uwe Schmitt / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Corralejo in der Gemeinde La Oliva hat sich zum Epizentrum der Ferienvermietung auf Fuerteventura entwickelt. Der ehemalige Fischerort im Norden der Insel vereint heute den größten Bestand an touristisch genutzten Wohnungen der Insel, mit Tausenden auf Plattformen inserierten Betten und einer Rendite, die laut Branchenquellen weiterhin Kapital aus ganz Europa anzieht.

Renditen, die die klassische Vermietung in den Schatten stellen

Nach Angaben der Immobilienportale liegt die Bruttorendite einer gut geführten Ferienwohnung in Corralejo zwischen 7 % und 10 % pro Jahr – praktisch doppelt so viel wie bei einer Langzeitvermietung. Eine Zweizimmerwohnung nahe der Altstadt oder der Dünen kann in der Hochsaison so viel einbringen wie eine Wohnraummiete in einem ganzen Quartal. Diese Rechnung erklärt, warum ein wachsender Teil der Immobilienverkäufe in der Gemeinde – mit starker Präsenz italienischer, britischer und deutscher Käufer – direkt für den Ferienmarkt bestimmt ist.

Anwohner werden ins Inselinnere verdrängt

Die Kehrseite ist die Verdrängung der Anwohner. Beschäftigte im Gastgewerbe und einheimische Familien berichten von nicht verlängerten Mietverträgen und Mieten, die laut den Portalen in den vergangenen Jahren zweistellig gestiegen sind, sodass eine Zweizimmerwohnung mittlerweile über 1.100 Euro monatlich kostet. Die Folge ist eine schrittweise Verdrängung in Orte im Inselinneren wie Lajares, Villaverde oder den Ortskern von La Oliva und sogar nach Puerto del Rosario – mit einer entsprechenden Zunahme der täglichen Pendelstrecken.

Eine Regulierung, die schrittweise kommt

Der rechtliche Rahmen befindet sich im Umbruch. Das neue kanarische Gesetz zur touristischen Nutzung von Wohnraum verpflichtet die Gemeinden, festzulegen, in welchen Zonen und in welchem Umfang die Ferienvermietung betrieben werden darf, und sowohl der Cabildo von Fuerteventura als auch das Rathaus von La Oliva arbeiten an dieser Zonierung. Gemeindequellen zufolge müssen neue Bauvorhaben mehrheitlich für die Wohnnutzung reserviert werden, während bereits registrierte Ferienwohnungen ihre Tätigkeit grundsätzlich fortsetzen dürfen, sofern sie die Anforderungen erfüllen.

Ein schwieriges Gleichgewicht

Die Herausforderung für Corralejo besteht darin, ein Gleichgewicht zu finden zwischen einer Tätigkeit, die einen Großteil der Wirtschaft im Norden der Insel trägt, und der Notwendigkeit, dass die dort Beschäftigten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können. Die befragten Makler sind sich einig, dass die Regulierung das touristische Angebot nicht schlagartig reduzieren wird, wohl aber sein Wachstum bremsen und einen Teil der Investitionen in Richtung Sanierung und Wohnraumvermietung lenken kann. Unterdessen bricht die Nachfrage nach Ferienunterkünften im Norden Fuerteventuras Saison für Saison neue Rekorde.