Vogelbeobachter und Naturtouristen richten ihren Blick zunehmend auf Unterkünfte auf Corvo
Eine kleine Insel auf der Weltkarte der Vogelbeobachtung
Corvo zieht Vogelbeobachter während der Phasen stärkster Zugaktivität an.
Eine saisonale Nachfrage, die die Insel kaum auffängt
Das knappe Unterkunftsangebot ist in diesen Wochen verhältnismäßig schnell ausgeschöpft.
Interesse, das sich nicht immer in einen Kauf übersetzt
Käufe durch Ausländer sind Ausnahmen und bilden keinen echten Trend.
Ein Tourismus, der prägt, ohne zu verändern
Manche Familien erwägen, ein zusätzliches Zimmer für die saisonale Vermietung herzurichten.
Seeschwalben, Sturmtaucher und seltene Vögel, die Experten aus ganz Europa anziehen
Die Lage Corvos auf der atlantischen Zugroute zieht jeden Herbst Beobachter an, die sich auf das Aufspüren durch Stürme verdrifteter nordamerikanischer Seltenheiten spezialisiert haben, ein Phänomen, das in der internationalen Birdwatching-Gemeinschaft gut bekannt ist. Diese Besucher bleiben meist mehrere Wochen und durchqueren die Insel von einem Ende zum anderen auf der Suche nach auf dem europäischen Kontinent seltenen Exemplaren, was eine Nachfrage nach langen Aufenthalten erzeugt, die sich deutlich vom herkömmlichen Touristen unterscheidet.
Eine Unterkunftsinfrastruktur, ausgelegt für wenige Bewohner
Mit kaum einer Handvoll verfügbarer Zimmer und Familienpensionen ist die kleinste Insel der Azoren nicht darauf vorbereitet, Nachfragespitzen aufzufangen, die sich auf wenige Wochen im Jahr konzentrieren. Die Eigentümer, die in diesen Zeiträumen Zimmer vermieten, tun dies informell, ohne dass es bislang ein reguliertes Angebot gäbe, das diesem Nischenpublikum spezialisierter Besucher dauerhaft gerecht würde.
Corvo im Vergleich zum übrigen Archipel
Anders als auf Inseln wie São Miguel oder Faial, wo Naturtourismus neben einem etablierten Hotelangebot besteht, macht sich auf Corvo jeder Besucherandrang unmittelbar im Alltag seiner kaum mehr als vierhundert Einwohner bemerkbar. Dieser geringe Maßstab führt dazu, dass das Phänomen des Birdwatchings trotz seines internationalen Echos in Fachkreisen den Wohnungsmarkt der Insel kaum verändert.
Eine Zukunft kleiner Chancen statt großer Umwälzung
Die befragten Bewohner schließen aus, dass Corvo eine mit anderen Inseln des Archipels vergleichbare Immobilienveränderung erleben wird. Wahrscheinlicher sei, so ihre Einschätzung, dass weiterhin einzelne Familien ein zusätzliches Zimmer für die saisonale Vermietung herrichten, eine ergänzende Einnahmequelle, die neben der Landwirtschaft und Viehzucht besteht, ohne das Wohnbild der Insel wesentlich zu verändern.



