Vila Baleira fördert die Sanierung traditioneller Häuser gegenüber Neubauten
Die historische Altstadt bewahrt Häuser mit Dächern aus Marseiller Ziegeln und dekorativen Firstverzierungen.
Ein Erbe mit Marktwert
Ein saniertes altes Haus erzielt Preise, die mit denen von Neubauten vergleichbar sind.
Die Herausforderung, Fachkräfte zu finden
Die Restaurierung traditioneller Firstverzierungen erfordert Handwerkskünste, die zunehmend selten werden.
Ein Impuls auch aus symbolischen Gründen
Die Rettung dieser Häuser hilft, Vila Baleira von anderen Reisezielen abzuheben.
Eine Altstadt, die der Verödung widerstand
Anders als andere historische Ortskerne Madeiras erlebte die Altstadt von Vila Baleira während der Jahrzehnte der stärksten Auswanderung keine massive Entvölkerung, wodurch ein Großteil ihres ursprünglichen Stadtgefüges erhalten blieb. Mehrere Familien haben ihre Häuser über Generationen hinweg im Besitz behalten, wenn auch nicht immer mit der nötigen Instandhaltung. Das erklärt, warum es heute einen relativ großen Bestand an alten, sanierungsfähigen Immobilien gibt. Lokale Architekten sehen in dieser Kontinuität einen Vorteil gegenüber anderen Reisezielen, wo das architektonische Erbe verloren ging, bevor es geschützt werden konnte.
Käufer auf der Suche nach Charakter
Immobilienmakler auf der Insel beobachten ein Käuferprofil – sowohl einheimisch als auch ausländisch –, das bereit ist, für ein Haus mit originalen Elementen mehr zu zahlen als für einen geschichtslosen Neubau. Diese Käufer schätzen besonders hohe Decken, Holzböden und die für die Altstadt typischen Fassadenverzierungen. Die Nachfrage konzentriert sich vor allem auf die Straßen in der Nähe des Zentrums und der Uferpromenade. Dieses Interesse hat mehrere Eigentümer dazu bewogen, seit Jahren aufgeschobene Arbeiten endlich in Angriff zu nehmen.
Vom Aussterben bedrohte Handwerksberufe
Die Restaurierung einer Firstverzierung aus Marseiller Ziegeln oder einer originalen Zimmermannsarbeit erfordert Handwerkskünste wie Steinmetzarbeit oder traditionelle Zimmerei, für die es in Porto Santo immer weniger aktive Fachkräfte gibt. Mehrere Bauträger mussten für bestimmte Arbeiten auf aus Madeira angereiste Handwerker zurückgreifen, was die Bauzeiten verlängert und verteuert. Berufsschulen der Region haben begonnen, eine gezielte Ausbildung in der Restaurierung des Inselerbes zu erwägen. Ohne Nachwuchs, warnen die Bauträger, könnte sich dieser Engpass in den kommenden Jahren noch verschärfen.
Eine Identität gegen die touristische Vermassung
Für die Verantwortlichen der Gemeinde ist die Rettung dieser Häuser nicht nur eine ästhetische Frage, sondern auch ein Weg, Vila Baleira von anderen touristischen Zielen der Region abzuheben, die auf ein stärker standardisiertes Modell gesetzt haben. Die Gemeindeverwaltung hat ihre Absicht bekundet, diese Initiativen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zu unterstützen, auch wenn die direkten Anreize weiterhin begrenzt sind. Die Anwohner der Altstadt bewerten den Trend positiv, fordern jedoch, dass die Aufwertung nicht dazu führt, dass diejenigen verdrängt werden, die seit Generationen dort leben. Das Gleichgewicht zwischen Erhalt und Bezahlbarkeit bleibt laut Experten die zentrale Herausforderung dieses Prozesses.



