Unternehmer aus Tourismus sowie Land- und Viehwirtschaft auf Terceira warnen vor fehlendem Wohnraum für ihre Beschäftigten
Arbeitsplätze vorhanden, Wohnraum knapp
In Tourismusbetrieben bleiben Stellen unbesetzt, weil es in Arbeitsplatznähe an Unterkünften fehlt.
Die Land- und Viehwirtschaft steht vor demselben Problem
Landwirtschaftliche Betriebe können Arbeitskräften aus anderen Gemeinden kaum eine Unterkunft anbieten.
Ferienvermietungen konkurrieren um dieselben Häuser
Die touristische Vermietung ist kurzfristig rentabler als eine dauerhafte Vermietung.
Forderungen an die Verwaltung
Gefordert werden Wohnraumlösungen für Beschäftigte strategisch wichtiger Branchen.
Tourismusunternehmer mit unbesetzten Stellen
Verantwortliche von Restaurants und Beherbergungsbetrieben in Angra do Heroísmo und anderen Orten Terceiras räumen ein, dass sie seit Monaten Stellen nicht besetzen können, weil es an nahe gelegenem und bezahlbarem Wohnraum für das Personal fehlt. Einige Unternehmer bieten ihren Beschäftigten inzwischen eigene Unterkünfte an, indem sie Zimmer im Betrieb selbst oder in von der Firma angemieteten Wohnungen bereitstellen. Andere versichern, dass diese Lösung für kleine Betriebe wirtschaftlich nicht tragfähig sei, weshalb sie geeignete Bewerber ablehnen müssten, weil sie ihnen keine Unterkunft garantieren können. Der Gastgewerbeverband der Insel hat diese Sorge der Regionalregierung in mehreren Gesprächen vorgetragen.
Land- und viehwirtschaftliche Betriebe, derselbe Engpass
Viehzüchter und Landwirte aus Gemeinden wie Altares, Biscoitos oder Porto Judeu erklären, dass es schwierig wird, Arbeitskräfte aus anderen Teilen der Insel oder gar von außerhalb der Azoren zu gewinnen, wenn sie keine Unterkunft in Hofnähe anbieten können. Manche Betriebe greifen auf Wohnwagen oder Container zurück, um Saisonkräfte in den arbeitsintensivsten Zeiten unterzubringen. Vertreter der Land- und Viehwirtschaft betonen, dass dieser Mangel das Wachstum von Betrieben bremst, die ihre Produktion sonst ausweiten könnten. Besonders gravierend ist das Problem in den Gemeinden fernab der Ortszentren, wo es praktisch kein Mietangebot gibt.
Die touristische Vermietung als direkte Konkurrenz
Wohnungseigentümer auf Terceira räumen ein, dass die saisonale Vermietung an Touristen, insbesondere während der Inselfeste, kurzfristig rentabler ist als die ganzjährige Vermietung an eine Arbeitskraft. Diese wirtschaftliche Logik verkleinert unmittelbar den Wohnungsbestand, der den Beschäftigten im Tourismus sowie in der Land- und Viehwirtschaft zur Verfügung steht. Einige Unternehmer haben versucht, direkt mit Eigentümern zu verhandeln, um Wohnungen ganzjährig zu reservieren und dafür zusätzliche Sicherheiten zu bieten – bislang ohne großen Erfolg. Die Branche selbst erkennt den Widerspruch, dass das Wachstum des Tourismus am Ende die Verfügbarkeit des Personals erschwert, das ihn bedienen soll.
Konkrete Forderungen an die Regionalverwaltung
Die wichtigsten Unternehmerverbände der Insel haben die Regionalregierung der Azoren um eigene Wohnraumprogramme für Beschäftigte strategisch wichtiger Branchen gebeten, mit mittelfristig stabilen Mietkonditionen. Vorgeschlagen wurde außerdem, öffentliche Flächen bereitzustellen, um dort Unterkünfte ausschließlich für Angestellte dieser Branchen zu errichten. Die Câmara Municipal von Angra do Heroísmo hat sich bereit gezeigt, kommunale Grundstücke für diesen Zweck zu prüfen, bislang allerdings ohne konkrete Fristen. Befragte Unternehmer betonen, dass ohne eine kurzfristige Lösung einige Betriebe gezwungen sein könnten, ihre Tätigkeit einzuschränken.



