Teguise, die Gemeindeverwaltung, die aus der Ferne den Wohnungsbau einer Insel ohne eigene Autos und öffentliche Bauarbeiten verwaltet
La Graciosa hat keine eigene Gemeindeverwaltung: Verwaltungstechnisch gehört die Insel zur Gemeinde Teguise auf Lanzarote, deren Sitz von Caleta de Sebo aus mehr als eine Stunde Fahrt über Straße und Schiff entfernt liegt. Diese Distanz, physisch wie auch administrativ, bestimmt laut Gemeindequellen die Art und Weise, wie die Wohnungs- und Bauakten der achten Insel bearbeitet werden.
Eine Ortschaft unter vielen
Teguise ist eine der ausgedehntesten Gemeinden der Kanaren und umfasst sehr unterschiedliche Ortschaften, von der eigenen Altstadt bis zu Tourismuszonen der Küste Lanzarotes. In diesem Gefüge ist Caleta de Sebo ein kleines und eigentümliches Element mit Problemen – Sandstraßen, Schutzgebiet, völlige Abhängigkeit vom Schiff –, die sich in keinem anderen Viertel der Gemeinde wiederholen.
Abstimmung mit Cabildo und kanarischer Regierung
In der Praxis erfordert jede bedeutende Maßnahme zum Wohnungsbau auf La Graciosa eine Abstimmung der Gemeindeverwaltung von Teguise mit dem Cabildo von Lanzarote und der Regierung der Kanarischen Inseln, die letztlich für die Verwaltung des Naturparks Archipiélago Chinijo zuständig sind. Dieses dreifache administrative Eingreifen verlängert laut Branchenquellen die Fristen jedes Projekts, von der Sanierung eines Hauses bis zur Reservierung von Flächen für Einwohner.
Nachbarschaftsgruppen von Caleta de Sebo fordern seit Jahren spezifische Mechanismen für eine Inselverwaltung, ähnlich denen anderer kleinerer Inseln des Archipels, um Entscheidungen zu beschleunigen, die heute von einer kommunalen Struktur abhängen, die vor allem für den Rest von Teguise gedacht ist.
Der Präzedenzfall anderer kleinerer Inseln des Archipels
Anders als El Hierro, La Gomera oder Fuerteventura, die über eigene Inselcabildos und vollwertige Gemeindeverwaltungen verfügen, fehlt La Graciosa eine eigene Verwaltungsstruktur, obwohl die Insel als achte bewohnte Insel des Archipels anerkannt ist. Befragte Experten für lokale Verwaltung weisen darauf hin, dass diese rechtliche Besonderheit einen Großteil der heutigen Verwaltungsschwierigkeiten bei Wohnungsbau und Städtebau in Caleta de Sebo erklärt.
Eine Forderung, die sich in jeder Legislaturperiode wiederholt
Die Forderung nach einer autonomeren Verwaltung für La Graciosa ist nicht neu: Nachbarschaftsgruppen tragen diese Forderung seit mehr als einem Jahrzehnt an aufeinanderfolgende Gemeinderäte von Teguise heran, ohne dass sich bislang eine bedeutende Änderung des Modells ergeben hätte. Quellen des Cabildo von Lanzarote räumen ein, dass jeder Fortschritt in diese Richtung eine Gesetzesreform erfordern würde, die bislang nicht formell angestoßen wurde.



