Tausende Wohnungen auf Santo Antão stehen leer – Folge der starken historischen Auswanderung
Eine Insel, geprägt vom Fortgang ihrer Bewohner
In den meisten Familien der Insel lebt mindestens ein Mitglied im Ausland.
Häuser, die fast das ganze Jahr über verschlossen bleiben
Diese Häuser gelangen nur selten auf den Miet- oder Verkaufsmarkt.
Rücküberweisungen, die bauen, aber nicht immer bewohnen
Ein Großteil der Bautätigkeit wird aus Rücküberweisungen finanziert, ohne dass ein sofortiger Einzug geplant wäre.
Eine Herausforderung für die kommunale Planung
Dieses Muster erschwert es, den tatsächlichen Wohnraumbedarf auf der Insel zu beziffern.
Ein Jahrhundert Auswanderungsgeschichte
Die Auswanderung von Santo Antão in die Niederlande, in die Vereinigten Staaten und nach Portugal reicht mehrere Generationen zurück und hat die Familienstrukturen auf weiten Teilen der Insel geprägt. Viele dieser Familien pflegen enge Bindungen zu ihrem Herkunftsort und kehren regelmäßig in den Ferien zurück. Diese Verbundenheit erklärt, warum so viele Wohnungen verschlossen bleiben, statt verkauft zu werden.
Häuser, die kaum je auf den Markt kommen
Die Immobilienmakler der Insel sind sich einig, dass diese verschlossenen Wohnungen so gut wie nie zum Verkauf oder zur Vermietung angeboten werden, selbst wenn sie seit Jahren ungenutzt sind. Aus emotionalen Gründen oder aus familiärem Selbstverständnis heraus ziehen es die Eigentümer vor, sie als Bindeglied zur Insel zu bewahren, statt sich von ihnen zu trennen. Diese Zurückhaltung schränkt das tatsächlich verfügbare Angebot für Wohnungssuchende auf Santo Antão erheblich ein.
Rücküberweisungen finanzieren Bauten ohne unmittelbare Einzugsabsicht
Ein großer Teil der Bautätigkeit auf der Insel wird aus dem Ausland überwiesenem Geld finanziert, häufig um das Familienhaus zu errichten oder zu erweitern, ohne dass konkrete Pläne für einen baldigen Einzug bestünden. So entstehen fertige oder halbfertige Wohnhäuser, die jahrelang verschlossen bleiben. Die Gemeinden räumen ein, dass ein erheblicher Teil des Wohnungsbestands der Insel dieser Logik folgt.
Eine Herausforderung bei der Ermittlung des realen Bedarfs
Diese Ansammlung verschlossener Wohnungen erschwert es den kommunalen Fachleuten, präzise abzuschätzen, wie viel Wohnraum die ansässige Bevölkerung tatsächlich benötigt. Einige Gemeinden haben eigene Erhebungen zum Leerstand als ersten Schritt zur Lösung des Problems ins Gespräch gebracht. Bislang existiert kein Instrument, das Anreize schafft, diese verschlossenen Wohnungen dem Markt zuzuführen.



