Sanierung der alten Kolonialgebäude des Seminário-Liceu von Ribeira Brava beginnt
Ein Gebäude mit anderthalb Jahrhunderten Geschichte
Für die erste Sanierungsphase ist ein Budget von schätzungsweise 35.000.000 CVE vorgesehen.
Was es kostet, Kulturerbe auf einer abgelegenen Insel zu restaurieren
Die Restaurierung von Baudenkmälern kostet rund 85.000 CVE pro Quadratmeter.
Ein Kulturerbe, das zugleich ein Immobilienwert ist
Bei touristischer oder wohnwirtschaftlicher Nutzung könnte der Wert 60.000.000 CVE übersteigen.
Zwischen Bildungsnutzung und Druck des Immobilienmarktes
Fachleute warnen vor Spekulationsrisiken, falls der Denkmalschutz nicht gewährleistet wird.
Anderthalb Jahrhunderte Ausbildung für Generationen von Kapverdiern
Das im 19. Jahrhundert gegründete Seminário-Liceu von Ribeira Brava war jahrzehntelang eine der wenigen Einrichtungen, an denen junge Menschen der Inseln eine weiterführende Schulbildung erhalten konnten. Hier wurde ein Großteil der ersten Generation kapverdischer Akademiker und Fachkräfte ausgebildet, darunter mehrere prägende Persönlichkeiten der politischen Geschichte des Archipels. Sein symbolischer Wert erklärt, mit welcher Sorgfalt die Kulturbehörden jeden Eingriff in den Komplex angehen.
Ein Bauvorhaben in mehreren Etappen
Das anfängliche Budget von 35.000.000 CVE deckt nach Angaben der Projektverantwortlichen lediglich die erste Sanierungsphase ab, die sich auf Dächer und Tragwerk konzentriert. Weitere Abschnitte für Fassaden, Holzarbeiten und den Innenausbau sind vorgesehen, hängen jedoch von neuen Finanzierungsquellen ab, sowohl aus öffentlichen Mitteln als auch aus der internationalen Kulturzusammenarbeit, die an der Bewahrung des Bildungserbes des Archipels interessiert ist.
Bildung, Museum oder Beherbergung: die Debatte über die künftige Nutzung
Während ein Teil des Gebäudes weiterhin dem Unterricht dienen soll, könnte ein anderer Flügel des Komplexes als Museums- oder Kulturraum genutzt werden – eine Lösung, die bereits bei anderen ehemaligen Kolonialbauten des Landes zur Anwendung kam. Stimmen aus dem Tourismussektor verweisen zudem auf das Potenzial der Immobilie als herausragende Unterkunft in Ribeira Brava, da das Gebäude für historisch interessierte Besucher eine besondere Anziehungskraft besitzt.
Die Warnung vor Immobilienspekulation
Denkmalschutzverantwortliche betonen, dass jede touristische oder wohnwirtschaftliche Nutzung des Komplexes strengen Schutzauflagen unterliegen müsse, damit der historische Wert des Gebäudes nicht der Rendite untergeordnet werde. Die Sorge speist sich aus Erfahrungen auf anderen Inseln, wo sanierte ehemalige öffentliche Gebäude nach ihrer Öffnung für den privaten Markt weit stärker im Wert stiegen als erwartet.



