San Andrés belebt Häuser zurückgekehrter Auswanderer neu, während der Rest der Gemeinde Einwohner verliert
Ein Fischerdorf mit jahrzehntelang verschlossenen Häusern
Der Ortskern von San Andrés, direkt am Meer gelegen, in der Gemeinde San Andrés y Sauces, bewahrt ein Geflecht enger Gassen und zweistöckiger Häuser, die jahrzehntelang verschlossen blieben, nachdem ihre Eigentümer nach Venezuela, Kuba oder in andere Teile der Kanarischen Inseln ausgewandert waren. Die Immobilienportale der Nordregion beobachten seit einigen Jahren ein bemerkenswertes Phänomen: Nachkommen dieser ausgewanderten Familien erwerben das Eigentum an den Familienhäusern zurück, um sie als Zweitwohnsitz zu sanieren.
Ein Kontrast zu Los Sauces, dem Verwaltungssitz
Dieser Aufschwung steht im Gegensatz zu einer ganz anderen Realität in Los Sauces, dem Ort, der der Gemeinde ihren Namen gibt, wo der Wohnungsbestand altert, ohne dass ein nennenswerter Generationswechsel stattfindet. Quellen aus der örtlichen Immobilienbranche erklären, dass sich ein Großteil des Leerstands der Gemeinde genau in Los Sauces konzentriert, während San Andrés dank seiner Nähe zum Meer an Attraktivität gewinnt.
Sanierung mit Identität, nicht nur mit Ziegeln
Die Sanierungsarbeiten in San Andrés respektieren in der Regel streng die ursprünglichen Elemente der Häuser, sowohl aus Überzeugung der Eigentümer als auch aufgrund der Denkmalschutzauflagen für das historische Ensemble. Die Immobilienportale weisen darauf hin, dass diese Art der Sanierung teurer ausfällt als eine konventionelle Renovierung, den Wert dieser Immobilien aber auch deutlich steigert.
Ein Modell, das sich im Rest der Gemeinde schwer wiederholen lässt
Die Herausforderung, darin sind sich kommunale Quellen einig, besteht darin, dass sich dieser kleine Aufschwung von San Andrés nicht auf den Rest von San Andrés y Sauces überträgt, wo Bevölkerungsschwund und fehlender bezahlbarer Wohnraum für junge Familien fortbestehen.
Eine Verbindung zu Venezuela, die weiterlebt
Ein Großteil der Familien, die heute Häuser in San Andrés zurückerwerben, pflegt nach wie vor aktive Verbindungen zu Venezuela, jenem Land, in das Großeltern oder Urgroßeltern über weite Teile des vergangenen Jahrhunderts ausgewandert sind, wie Quellen aus der Immobilienbranche der Nordregion von La Palma berichten. Diese Verbindung äußert sich in regelmäßigen Besuchen auf der Insel und in den letzten Jahren in einer wachsenden Zahl von Verfahren zur Klärung der Eigentumsverhältnisse von Häusern, die jahrzehntelang auf den Namen verstorbener Verwandter liefen, ohne dass das Erbe aufgeteilt wurde.
Die Erben ausfindig machen, das erste Hindernis
Vor jeder Sanierung müssen viele Familien zunächst einen Prozess durchlaufen, bei dem verstreut zwischen den Kanarischen Inseln, Venezuela und anderen Ländern lebende Erben ausfindig gemacht werden – ein Verfahren, das sich laut notariellen Quellen der Insel über Monate oder sogar Jahre hinziehen kann, bis eine Immobilie rechtlich geordnet ist. Die Immobilienportale der Nordregion räumen ein, dass dieser vorgelagerte, von außen kaum sichtbare Schritt das tatsächliche Tempo bestimmt, in dem die Häuser des Fischerorts wiederbelebt werden.
Los Sauces, die Kehrseite der Medaille
Während San Andrés an Dynamik gewinnt, sammelt Los Sauces, der Verwaltungssitz der Gemeinde, einen zunehmend alternden Wohnungsbestand an, bei geringer Nachfrage sowohl im Verkauf als auch bei der Vermietung. Kommunale Quellen führen diesen Unterschied auf die fehlende landschaftliche Unmittelbarkeit des Ortskerns im Vergleich zur Küste zurück, ebenso wie auf das Fehlen eines vergleichbaren Rückkehrphänomens von Auswanderern, das den örtlichen Immobilienmarkt beleben könnte.



